Toller Roman, mit kleinen Schwächen

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yunix Avatar

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Honey ein Werk, dass mir echt gut gefallen hat, aber durchaus auch ein paar Schwachstellen aufweist. Der Roman erzählt die Geschichte der jungen Frau Yrsa, die an der renommierten Universität Cambridge studiert und mit sich, dem System und ihren Gefühlen zu kämpfen hat. Eigentlich wollte sie ihren Professor nicht umbringen, hat es aber auch nicht verhindert und rutscht so in einen Sog, aus dem es vielleicht nie wieder ein entkommen gibt.
Die Autorin hat eine gefühlvollen Schreibstil und sehr authentisch Figuren geschaffen, dadurch fällt es einem leicht in die Geschichte einzutauchen. Die Handlung entwickelt sich in einem angenehmen Tempo und bietet eine gelungene Mischung aus ruhigen, nachdenklichen Momenten und spannenden Wendungen. Der Schreibstil von Imani Thompson ist flüssig, modern und leicht verständlich.
Besonders gut gefallen haben mir die Figuren, also deren Ausarbeitung. Sie wirken realistisch, weil sie nicht fehlerlos sind, sondern mit Zweifeln, Ängsten und persönlichen Problemen kämpfen. Dadurch wirken ihre Entscheidungen nicht komplett willkürlich und ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte glaubwürdig.
Das Ende ist gefühlt mitten in der Handlung, was mich etwas unbefriedigt zurück gelassen hat. Eher ein Cliffhänger, als würde man so Raum lassen für einen zweiten Band. Da hätte ich mir definitiv mehr gewünscht. Auch war mir Yrsa super unsympathisch und ich bin mit ihr einfach nicht warm geworden. Einiges konnte ich auch einfach nicht nachvollziehen.
Es handelt sich um einen vielschichtigen Roman, der viele Themen behandelt bzw anreißt unter anderem Selbstwertgefühl, Familie, innere Dämonen und persönliche Entwicklung. Diese Themen werden sensibel aufgegriffen und verleihen der Geschichte mehr Tiefe. Dadurch geht es nicht nur um Romantik, sondern auch darum, seinen eigenen Platz im Leben zu finden und an Herausforderungen zu wachsen. Allerdings ohne das es ein konkretes Ende bzw eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung gibt. Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass einige Kapitel etwas ausführlicher sind als aus meiner Sicht nötig und sich die Handlung stellenweise leicht in die Länge zieht. Gleichzeitig sorgt diese Ausführlichkeit aber dafür, dass die Figuren und ihre Gefühle intensiv dargestellt werden, sodass dieser Punkt den Lesegenuss nur wenig beeinträchtigt. Insgesamt hat mir Honey gut gefallen. Das Buch verbindet eine berührende Geschichte mit glaubwürdigen Charakteren und wichtigen Themen.