Hold my Akkuschrauber, ich bin fertig mit nett

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„Ich bau mir 'ne Welt, die Männern nicht gefällt“ von Cindy-Adriana Speich ist für mich eines dieser Bücher, bei denen man gleichzeitig lachen und den Kopf schütteln kann. Ich hatte mehrfach einen echten Lachflash, angefangen beim Vorwort, das eigentlich gar keins ist und mich direkt abgeholt hat.

Dabei behandelt die Autorin immer wieder sehr ernste Themen, schafft es aber, diese mit einem Augenzwinkern zu vermitteln, ohne ihre Bedeutung zu verlieren. Sie erzählt aus ihrem eigenen Leben und berichtet von Erfahrungen, die teilweise wirklich erschreckend sind: von Beleidigungen und Herabsetzungen bis hin zu den vielen ungefragten Kommentaren von Männern zu ihrem Körper. Besonders eindrücklich fand ich ihre Schilderungen davon, wie schwer es als Frau sein kann, auf dem Bau zu arbeiten – und das sogar am eigenen Haus. Immer wieder wird deutlich, dass selbst ganz alltägliche Situationen für Frauen eine völlig andere Dimension bekommen können.

Was mir besonders gut gefallen hat: Das Buch fühlt sich überhaupt nicht wie „noch ein Buch über Feminismus“ an. Das Wort selbst spielt erstaunlich wenig eine Rolle. Stattdessen erzählt Cindy-Adriana Speich ihre Geschichte und zeigt anhand konkreter Situationen, was Emanzipation im Alltag bedeuten kann. Dazu gehört auch, eigene Fehler einzugestehen und offen darüber zu sprechen, was man selbst vielleicht hätte anders machen können. Gerade dadurch wirkt das Buch für mich sehr ehrlich und glaubwürdig.

Besonders gelungen finde ich, dass die Autorin nicht nur beschreibt, was sie erlebt hat, sondern immer wieder zeigt, wie es auch anders gehen kann: indem eine Frau sagt, was sie denkt, Grenzen setzt und sich nicht mit überholten Rollenbildern abfindet. Dabei bleibt der Ton selbstbewusst, direkt und vor allem sehr humorvoll.

„Ich bau mir 'ne Welt, die Männern nicht gefällt“ hat mich bestens unterhalten und gleichzeitig immer wieder zum Nachdenken gebracht. Für mich ist es eine sehr persönliche Geschichte über Emanzipation, Selbstbehauptung und den Mut, sich nicht kleinmachen zu lassen. „Hold my Akkuschrauber, ich bin fertig mit nett“ bringt die Haltung des Buches für mich ziemlich perfekt auf den Punkt.

Eine klare Empfehlung und für mich 5 von 5 Sternen.