Aufzeichnungen aus dem Untergrund

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mannuberbord Avatar

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Aufgrund eines Hypes in den sozialen Medien wird der ursprünglich 1995 erschienene Roman nun für eine neue Generation entdeckt. Was für ein Glück: Denn die Geschichte von 39 Frauen, die in einem unterirdischen Keller gefangen gehalten werden, ist so verstörend wie spannend. In klarer, schonungsloser Sprache schildert die Autorin von einem Leben in Gefangenschaft, von brutaler Unterdrückung, von kleinen Momenten der Menschlichkeit. Der dystopisch anmutende Roman, häufig mit Marlen Haushofers "Die Wand" oder Margaret Atwoods "Report der Magd" verglichen, legt eine feministische Lesart nahe, ohne sich darin zu erschöpfen. Existenziell verhandelt er, wie Menschen mit Extremsituationen umgehen, mit unendlichem Leid, dem Tod, der Einsamkeit. Kein Buch für schwache Nerven, aber doch vollkommen zurecht ein Klassiker, der noch lange nachwirkt.