Nesbø kann auch Dystopie

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xirxe Avatar

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Einer dystopische Gesellschaft nach dem Zusammenbruch durch eine Pandemie. Der Ich-Erzähler Will, Jurist und langjähriger Geschäftspartner des Tech-Milliardärs Colin Lowe, steht mit einer Handvoll Superreicher auf einem Wolkenkratzer und wartet auf einen Evakuierungshelikopter, der sie auf ein Schiff bringt – eine Art "Arche Noah der Elite". Die Stadt um sie herum versinkt in Chaos, Gewalt und Gesetzlosigkeit. Parallel dazu gibt es einen zweiten Erzählstrang aus der Perspektive eines unbekannten Motorradfahrers, der durch die zerstörte Stadt rast. In Rückblenden erfährt man, wie die Gesellschaft kollabierte und wie Colin seit Jahren eine Gefängnisinsel ("Insel der Ratten") als Rückzugsort vorbereitet hat.
Nesbø kann Atmosphäre, das ist unbestreitbar – der Einstieg auf dem Wolkenkratzer hat echte Spannung und ein gutes Gefühl für das Bild einer zusammenbrechenden Welt. Die Entropie-Konversation zwischen Will und Colin ist inhaltlich interessant, wirkt fast wie ein Philosophieseminar mitten im Weltuntergang.
Der Motorradfahrer-Strang gibt noch Rätsel auf - wie die zwei Erzählperspektiven zusammenhängen bleibt unklar. Dennoch oder gerade deshalb: macht Lust aufs Weiterlesen.