Spannend-blutige Unterhaltung vom Feinsten

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bücherwürmchen Avatar

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Darum geht's:

Lucien Folter ist aus dem Hochsicherheitsgefängnis entkommen. Es ist schon schrecklich genug, dass er ein hochintelligenter Mann ohne jeden Skrupel ist, doch außerdem haben Robert Hunter und er eine gemeinsame Vergangenheit. Und da Lucien Folter seinen Gefängnisaufenthalt Robert zu verdanken hat, hat er nur Rache an Robert im Sinn. So grausam und blutig wie möglich.

So fand ich's:

Auch nach neun Vorgängerbänden ist es mir überhaupt nicht langweilig geworden, diese Reihe zu lesen. Im Gegenteil, da Band 9 mit einem fiesen kleinen Ausblick in die Zukunft endete, war ich extrem gespannt, wie das erneute Aufeinandertreffen von Robert und Lucien ablaufen würde. Üblicherweise sind die Hunter & Garcia Thriller Einzelbände und man kann sie eigentlich ganz gut lesen, ohne auf die richtige Reihenfolge achten zu müssen. Mit diesem 10. Band allerdings weicht Chris Carter von seinem Schema etwas ab, denn Roberts ehemaliger Studienfreund und Serienmörder Lucien Folter spielt im Band 6 "Die stille Bestie" schon eine Hauptrolle. Deshalb empfehle ich auch, zumindest diesen Band 6 schon gelesen zu haben, bevor man sich dem aktuellen 10. Teil "Jagd auf die Bestie" zuwendet.

Genau wie "Die stille Bestie" ist auch "Jagd auf die Bestie" nicht ganz so actiongeladen wie die anderen Bände dieser Reihe. Der Psychokrieg zwischen Folter und Hunter wird fortgesetzt und beide arbeiten eher mit Rätseln, intellektuellen Herausforderungen und denken um die Ecke. Die Frage ist hier, wer es einmal mehr als der Gegenpart schafft, Fallen zu stellen oder zu entlarven. Trotzdem gibt es auch in diesem Buch grausame Morde und es gilt: Diese Serie ist nichts für Zartbesaitete.

Lucien Folter ist ein schier übermächtiger Gegner, der weder von Moral noch von Mitleid gebremst wird. Deshalb ist es für das bewährte Team Hunter und Garcia trotz Unterstützung des FBI und der US Marshalls eine scheinbar unlösbare Aufgabe, den Psychopathen Lucien Folter zu stoppen. Auch wenn Robert Hunter hier wieder die Hauptrolle spielt, mag ich seinen Partner Carlos Garcia ebenfalls sehr gerne. Er ist furchtlos und loyal und - was ich besonders mag - er hält sich mit sarkastischen Sprüchen und Stänkereien im Gegensatz zum beherrschten Robert Hunter nicht zurück.

Fast ein bisschen schade fand ich, dass der Running Gag unterbrochen wurde und entgegen der letzten Bände der deutsche Titel tatsächlich mal zum Inhalt des Buches passt. Wie konnte das denn passieren?

Mit klarem, schnörkellosem Schreibstil, den kurzen Kapiteln mit den gut platzierten kleinen Cliffhangern und dem Psychoduell zwischen Hunter und Folter hat mich auch dieser 10. Band gefesselt und spannend-blutig bestens unterhalten.