Ein tiefschichtiges Drama um Freundschaften

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"Kala“ von Colin Walsh ist ein anspruchsvollerer, intensiver Roman und hat mich vor allem durch seine Atmosphäre überzeugt. Das Buch spielt in Irland und ist von Anfang an düster und stellenweise richtig beklemmend.

Im Sommer 2003 verbringen Kala, Helen, Mush, Joe, Aiofe und Aidan ihre Jugend gemeinsam. Sie feiern und trinken miteinander, verlieben sich und hängen zusammen herum, bis Kala plötzlich verschwindet. Zwanzig Jahre später kehrt Helen in ihren Heimatort zurück. Als neue Hinweise auftauchen, lässt sie die Vergangenheit nicht mehr los.

Ich mochte besonders, wie eng die beiden Zeitebenen miteinander verwoben sind. Die Geschichte springt immer wieder zwischen damals und heute hin und her. Das ist ohne Zweifel anfangs etwas überraschend, hat mich aber nicht rausgebracht. Stattdessen hatte ich das Gefühl, dass sich mit jeder Seite ein weiteres Puzzleteil an seinen Platz schiebt.

Erzählt wird aus den Perspektiven von Helen, Joe und Mush. Dabei hat jede Figur ihre eigene Stimme, was mir sehr gut gefallen hat. Und jede Erzählperspektive war sprachlich besonders . Vor allem die Dynamik innerhalb der Freundesgruppe fand ich spannend. Für mich stand auch weniger die Frage im Vordergrund, was mit Kala passiert ist, sondern wie sehr dieses Ereignis das Leben aller Beteiligten geprägt hat.

Das Buch erzählt von Freundschaft, Familie, Gewalt, Manipulation und den Dingen, die Menschen über Jahrzehnte miteinander verbinden oder voneinander trennen. Dabei bleibt die Geschichte bis zum Ende unnachgiebig und dunkel.

Ich habe das Buch wirklich gern gelesen. Es ist ein vielschichtiger Roman mit Krimielementen, starken Figuren und einer Geschichte, die langsam, aber intensiv entwickelt wird.