Spannend bis zur letzten Seite

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holzfrieden Avatar

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Colin Walshs Roman Kala wurde vom Guardien damit beworben, dass die Fans von Tana French und Donna Tartt voll auf ihre Kosten kommen. Das kann ich nur bestätigen. Der Schreibstil erinnert wirklich sehr an Tana French, dennoch macht Colin Walsh sein eigenes Ding. Ein bisschen ist man auch erinnert an den Film Super 8 von Steven Spielberg. Beide schaffen eine wunderbare Atmosphäre, in der die Handlung ihren Lauf nimmt.

In der Kleinstadt Kinlough an der Westküste Irlands beginnt die Handlung im Sommer des Jahres 2003. Die Gang, wie sie sich nennt, besteht aus Joe, Aidan und Mush, das sind die Jungs und aus Kala, Helen und Aoife, das sind die Mädchen: Sie machen all das, was Jugendliche mit 15 so machen. Quatsch, Mutproben, Kabbeleien. Im November wird alles anders: Kala ist verschwunden, Kala, der Mittelpunkt der Gang. Es folgt ein Zeitsprung in das Jahr 2018. Kala wurde noch immer nicht gefunden.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, aus der von Mush, Helen und Joe.Sie blicken auf ihr Leben als 15-jährige zurück, und was daraus geworden ist. Die drei drei treffen in Kinlough wieder aufeinander. Hellen, weil sie an einer Hochzeit teilnehmen möchte, Mush lebt sowieso weiterhin dort und Joe ist ebenfalls in der Stadt. Drei Personen aus ihrer ursprünglichen Clique fehlen. Aoife ist verheiratet, hat Kinder und lebt irgendwo in Irland, Aiden, Mushs Cousin, hat Selbstmord begangen. Und natürlich Kala, das wilde Mädchen und einstige Zentrum der Gruppe, das nie wirklich erwachsen wurde, denn sie verschwand.
Und dann werden Knochen gefunden, die zu Kala gehören…
Das Setting in der irischen Kleinstadt ist so authentisch, dass man als Leser das Gefühl hat, gemeinsam mit den Figuren über das Kopfsteinpflaster zu gehen. Genau diese Art des Erzählens ist es, die man einfach nur genießen kann.