Idylle mit Rissen – düsterer Thriller mit starkem Sog

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Mein erster Eindruck zu Komm spielen ist ziemlich positiv. Das Buch wirkt wie ein klassischer Spannungsroman, der ein vertrautes Motiv clever nutzt: Rückzug aufs Land, Neuanfang, vermeintliche Ruhe – und dann kippt genau diese Idylle ins Bedrohliche. Gerade dieser Kontrast scheint hier gut zu funktionieren.

Besonders stark fand ich schon den Einstieg. Der Prolog ist verstörend, unheilvoll und macht sehr früh klar, dass in dieser Geschichte etwas Dunkles lauert. Dazu kommt mit Annie eine Figur, die nicht einfach nur „in Gefahr gerät“, sondern selbst schon schwer belastet ist. Das gibt dem Ganzen mehr Tiefe, weil es nicht nur um äußere Spannung geht, sondern auch um Verlust, Schuld und Angst.

Insgesamt macht der Roman auf mich den Eindruck eines sehr zugänglichen, atmosphärischen Thrillers mit ordentlichem Spannungsaufbau und einer unterschwellig bösen Stimmung. Wer Geschichten mag, in denen ein scheinbar friedlicher Ort nach und nach sein wahres Gesicht zeigt, dürfte hier gut aufgehoben sein. Für mich sieht das nach einem echten Page-Turner mit düsterem Unterton aus.