Fesselnder Mystery-Horror-Thriller
Nach einem schrecklichen Ereignis, an dem die Kinderbuchautorin Annie sich die Schuld gibt, und dem Unfalltod ihres Mannes, ist sie nervlich am Ende. Deshalb beschließt sie, zusammen mit ihrem kleinen Sohn Charlie das laute New York für eine Weile zu verlassen und in dem beschaulichen Örtchen Castle Creek wieder aufzutanken. Doch schon bald wird klar, dass dort etwas nicht stimmt. Die Leute reden komisches Zeug und es geschehen unerklärliche Dinge …
Manche Geschichten lasse ich mir lieber vorlesen, weil sie dann umfassender bei mir ankommen. „Komm spielen“ ist so eine Geschichte. Das Hörbuch erschien im Mai 2026 im Aufbau Audio Verlag und läuft ungekürzt über 13 h 4 min. Gelesen wird es von Anne Düe, und sie macht ihre Sache ausgesprochen gut, verleiht jedem Charakter eine eigene Stimme und bringt die Atmosphäre, die Spannung, den Grusel so perfekt und eindringlich rüber, dass es mich von Anfang an gepackt hat. Ich konnte stundenlang zuhören, ohne mit den Gedanken abzuschweifen, wie das sonst gerne bei mir der Fall ist.
Linwood Barclays Schreibstil ist fesselnd und beklemmend. Die einzelnen Charaktere erscheinen authentisch und sind gut vorstellbar. Sie wirken sehr lebendig und man bekommt beim Lesen/Hören das Gefühl, direkt daneben zu stehen und am Geschehen teilzuhaben.
Die Handlung verläuft in zwei Zeitebenen, in der Gegenwart mit Annie und Charlie und etwa zwanzig Jahre in der Vergangenheit. Zunächst ist die Verbindung noch nicht zu merken, aber natürlich ist sie da. Und das damalige Grauen schwappt immer mehr in Annies und Charlies Leben über.
Über die Handlung kann man geteilter Meinung sein. Es ist kein klassischer Thriller, sondern beinhaltet auch Mystery-/Horrorelemente. Ja, eigentlich sind diese der Kern der Story. Es gibt auch einige sehr explizit grausame Szenen. Wenn einen das stört, sollte man die Finger von dem Buch lassen. Wer das aber mag oder zumindest toleriert, bekommt mit „Komm spielen“ einen spannenden und atmosphärischen Thriller.