Horrorzug
Der Thriller hat nicht nur die Elemente eines spannenden Thrillers, sondern zusätzlich einen Horror-Einschlag inklusive, der mit der Zeit immer stärker hervortritt. Zuerst beginnt die Geschichte rund um Annie, einer Kinderbuchautorin und ihrer Familie erzählend, wie ein Familienroman, aber schon bald ändert sich die Stimmung und die negativen Ereignisse überwiegen. Annie und Charlie können der negativen Energie auch nicht entkommen, indem sie in ein abgelegenes Sommerhäuschen ziehen, um sich dort eine Auszeit von ihrer schwierigen Zeit zu gönnen, im Gegenteil, hier beginnt der Horror erst so richtig. Die Gegenstände, vor allem rund um die gefundene Lokomotive beginnen ein Eigenleben zu entwickeln und man verfällt als Leser*in in einen Sog von Ängsten, Sorgen, Anspannung davor, was als nächstes passieren könnte. Die gruselige Stimmung mit der unterschwelligen Bedrohung ist so stark ausgeprägt, dass man sie beim Lesen durchgehend spürt. Als Charakter mag ich Annie gerne, sie wirkt authentisch, mutig und lässt sich durch keine Lebenskrise unterkriegen. Auch der zweite Handlungsstrang, der abwechselnd vorkommt, ist gleich spannend und mitreißend, vielleicht sogar noch um etwas Grausamer in den tatsächlich passierten Handlungen. Mehr möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht verraten, am Ende werden die zwei Stränge perfekt zusammengefügt und alle offenen Fragen aufgeklärt. Der Horror wirkt allerdings auch nach dem Lesen noch lange nach und Lust auf eine Spielzeugeisenbahn habe ich durch das Buch nicht gerade bekommen.