Thriller erwartet, Mystery bekommen

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readingmimi Avatar

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Ich lese Linwood Barclay wirklich gerne und habe mittlerweile fast alles von ihm gelesen. Umso neugieriger war ich auf Komm spielen. Der Klappentext und auch die Anspielungen auf Stephen King haben bei mir allerdings eine ziemlich klare Erwartung geweckt: einen richtig spannenden Thriller. Genau das habe ich hier leider nicht bekommen.

Annie hat ein schlimmes Jahr hinter sich und zieht mit ihrem Sohn Charlie für eine Weile von New York nach Castle Creek. Doch auch in dem kleinen, beschaulichen Ort scheint einiges nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Merkwürdige Unfälle häufen sich und als Charlie in Gefahr gerät, nimmt die Geschichte langsam Fahrt auf.

Der Einstieg hat mir gut gefallen. Annie ist interessant gezeichnet und ihr Schicksal hat mich schnell in die Geschichte hineingezogen. Auch der Schreibstil hat mir gefallen und durch die kurzen Kapitel liest sich das Buch angenehm.

Leider konnte mich die Geschichte im weiteren Verlauf immer weniger überzeugen. Für mich war Komm spielen deutlich mehr Horror bzw. Mystery als Thriller. Grundsätzlich habe ich überhaupt nichts gegen übersinnliche Elemente – bei Horror oder Fantasy kann das für mich durchaus funktionieren. Hier hatte ich allerdings einen Thriller erwartet und war deshalb mit der Entwicklung der Geschichte nicht wirklich glücklich. Einige Dinge werden zwar noch rational erklärt, vieles muss man aber einfach als übersinnlich hinnehmen. Dadurch hatte ich irgendwann das Gefühl, dass sich die Geschichte in eine Richtung entwickelt, mit der ich bei einem Thriller einfach nicht gerechnet hatte.

Auch die beiden Handlungsstränge haben mich nicht ganz überzeugt. Während ich mich zunächst gefragt habe, wie der Strang um Harry mit Annie zusammenhängt, wurde es für mich später eher verwirrend als spannend. Die Modelleisenbahn als zentrales Element der Geschichte fand ich durchaus originell, allerdings konnte mich dieser Handlungsstrang auf Dauer nicht wirklich überzeugen.

Schade, denn Potenzial war definitiv vorhanden. Unterhalten hat mich das Buch durchaus und auch der Schreibstil konnte mich überzeugen. Für einen Thriller fehlte mir dadurch einfach die Art von Spannung, die ich erwartet hatte. Gerade weil ich Barclay sonst so gerne lese, war dieser Ausflug in Richtung Mystery und Horror für mich leider nicht ganz das Richtige.

Für zwischendurch ganz nett, aber leider nicht der Barclay, den ich erwartet hatte.