Vor Witz sprühender Schelmenroman, der auf den Hund gekommen ist
Vorab: Ein wundervolles Buch mit ganz viel Wissen, Witz und Unterhaltung!
Der Roman "Landleute" von Daniel Mason startet mysteriös und sachlich zugleich. Er beginnt mit der Anreise der Familie Krzelewski-Petrosian in ihre neue Lebensabschnittsheimat, ein ländlich gelegenes Haus in Vermont (Neuengland).
Die Familienmitglieder werden als Mann, Frau und Kinder (Junge / Mädchen) eingeführt. Nur der italienische Trüffel- und Familienhund hat von Anfang an einen Namen: Giuseppe!
Wie eine sich häutende Zwiebel taucht die Familie langsam in ihre neue Lebenswelt ein und lernt immer mehr Merkwürdig- und Absonderlichkeiten des Landlebens und ihrer neuen Mitbürger kennen. In persona: Einen Studienabbrecher, der sich hingebungsvoll um seine Bio-Apfelbäume kümmert, ohne zu wissen, dass seine Frau die Bäume heimlich mit den stärksten chemischen Mitteln behandeln lässt. Einen olympioniken Skilehrer mit muskulösem Traumbody und weinerlichem Kern. Eine Lehrerin, die in Tarnkleidung und Gewehr die Grenze zu Massachusett sichert. Ganz zu Schweigen vom verrückten Radiomoderator und seinen nicht weniger verrückten Anrufern.
Und über allem schwebt die ausufernde und alles umfassende Natur. Nicht wenige Vermonter glauben an die Wylkesche Hohlwelt. Ein unterirdisches Reich, was sich in den vielen Karsthöhlen und -gängen unter der Oberfläche der Wiesen und Berge verbergen soll.
Je mehr die Krzelewski-Petrosians in diese neue Welt eintauchen desto mehr erfährt der Leser auch über sie selbst. Miles, der Vater, ist ein Mittvierziger, der seit 14 Jahren an seiner Dissertation sitzt, sich aber nicht festlegen kann, von einem Thema zum nächsten springt und sich kontinuierlich von seinen Pflichten als Hausmann, Kinderhüter und fantasievoller Märchenerzähler ablenken lässt. Das Geld bringt Kate als erfolgreiche Geistewissenschaftlerin nach Hause. Sie leidet an MS, ist aber medikamentös sehr gut eingestellt und kann sich voll und ganz auf ihren Mann verlassen. Wesley, der Sohn, ist 12 Jahre alt, intelligent und in seinem eigenen spielerischen Gamekosmos gefangen. Olive ist das kreative Nesthäckchen, das gerne malt und tanzt. Giuseppe hat eine feine Trüffelnase und erriecht, was den anderen verborgen bleibt. Sie sind, das merkt der Leser mit jeder Seite mehr, eine intakte und sympathische Familie.
Sie alle haben verschiedene Vorstellungen von ihrem neuen Leben auf dem Lande und kämpfen mit Vorurteilen und Anpassungsschwierigkeiten. Bis sie sich in den Vermonter Bergen heimisch fühlen, ist es ein langer, abenteuerlicher, streckenweise unterirdischer Weg, auf den uns Daniel Mason auf höchst unterhaltsame und entlarvend-schelmische Weise mitnimmt.
"Natürlich sei es keine neue Erkenntnis, dass Menschen oft Fehler machten, ..., doch die meisten erk(ä)nnten das schiere Ausmaß ihrer Torheit nicht....Und ebendiese Tatsache wolle er durch die schiere Menge an Beispielen beweisen, mithilfe seiner Sammlung, die keinen festen Namen habe, er bezeichne sie abwechselnd als "Enzyklopädie der törichten Irrtümer, "Register aus der Luft gegriffener Unsinnigkeiten" oder "Verzeichnis irriger Ideen" , so ein Vermonter zu Miles. (S. 205)
So viel sei noch verraten, dieser hinterfragende Hohlspiegel wird den vermeintlich Besserwissenden immer wieder auf höchst belustigende und unterhaltsame Weise vorgehalten. Und man kann mit Fug und Recht sagen, der Roman ist unterirdisch (gut) und auf den Hund gekommen! Das Motiv der Hohlwelt zieht sich durch das ganze Buch. Von den Quellen am Anfang bis zum Poolbesitzer in der Radiosendung am Ende. Auf der richtigen Fährte bleibt aber alleine wer?: Giuseppe.
Fünf Sterne für diesen vor Witz sprühenden Schelmenroman! Ein unterhaltsames, intellektuelles Lesevergnügen.
Der Roman "Landleute" von Daniel Mason startet mysteriös und sachlich zugleich. Er beginnt mit der Anreise der Familie Krzelewski-Petrosian in ihre neue Lebensabschnittsheimat, ein ländlich gelegenes Haus in Vermont (Neuengland).
Die Familienmitglieder werden als Mann, Frau und Kinder (Junge / Mädchen) eingeführt. Nur der italienische Trüffel- und Familienhund hat von Anfang an einen Namen: Giuseppe!
Wie eine sich häutende Zwiebel taucht die Familie langsam in ihre neue Lebenswelt ein und lernt immer mehr Merkwürdig- und Absonderlichkeiten des Landlebens und ihrer neuen Mitbürger kennen. In persona: Einen Studienabbrecher, der sich hingebungsvoll um seine Bio-Apfelbäume kümmert, ohne zu wissen, dass seine Frau die Bäume heimlich mit den stärksten chemischen Mitteln behandeln lässt. Einen olympioniken Skilehrer mit muskulösem Traumbody und weinerlichem Kern. Eine Lehrerin, die in Tarnkleidung und Gewehr die Grenze zu Massachusett sichert. Ganz zu Schweigen vom verrückten Radiomoderator und seinen nicht weniger verrückten Anrufern.
Und über allem schwebt die ausufernde und alles umfassende Natur. Nicht wenige Vermonter glauben an die Wylkesche Hohlwelt. Ein unterirdisches Reich, was sich in den vielen Karsthöhlen und -gängen unter der Oberfläche der Wiesen und Berge verbergen soll.
Je mehr die Krzelewski-Petrosians in diese neue Welt eintauchen desto mehr erfährt der Leser auch über sie selbst. Miles, der Vater, ist ein Mittvierziger, der seit 14 Jahren an seiner Dissertation sitzt, sich aber nicht festlegen kann, von einem Thema zum nächsten springt und sich kontinuierlich von seinen Pflichten als Hausmann, Kinderhüter und fantasievoller Märchenerzähler ablenken lässt. Das Geld bringt Kate als erfolgreiche Geistewissenschaftlerin nach Hause. Sie leidet an MS, ist aber medikamentös sehr gut eingestellt und kann sich voll und ganz auf ihren Mann verlassen. Wesley, der Sohn, ist 12 Jahre alt, intelligent und in seinem eigenen spielerischen Gamekosmos gefangen. Olive ist das kreative Nesthäckchen, das gerne malt und tanzt. Giuseppe hat eine feine Trüffelnase und erriecht, was den anderen verborgen bleibt. Sie sind, das merkt der Leser mit jeder Seite mehr, eine intakte und sympathische Familie.
Sie alle haben verschiedene Vorstellungen von ihrem neuen Leben auf dem Lande und kämpfen mit Vorurteilen und Anpassungsschwierigkeiten. Bis sie sich in den Vermonter Bergen heimisch fühlen, ist es ein langer, abenteuerlicher, streckenweise unterirdischer Weg, auf den uns Daniel Mason auf höchst unterhaltsame und entlarvend-schelmische Weise mitnimmt.
"Natürlich sei es keine neue Erkenntnis, dass Menschen oft Fehler machten, ..., doch die meisten erk(ä)nnten das schiere Ausmaß ihrer Torheit nicht....Und ebendiese Tatsache wolle er durch die schiere Menge an Beispielen beweisen, mithilfe seiner Sammlung, die keinen festen Namen habe, er bezeichne sie abwechselnd als "Enzyklopädie der törichten Irrtümer, "Register aus der Luft gegriffener Unsinnigkeiten" oder "Verzeichnis irriger Ideen" , so ein Vermonter zu Miles. (S. 205)
So viel sei noch verraten, dieser hinterfragende Hohlspiegel wird den vermeintlich Besserwissenden immer wieder auf höchst belustigende und unterhaltsame Weise vorgehalten. Und man kann mit Fug und Recht sagen, der Roman ist unterirdisch (gut) und auf den Hund gekommen! Das Motiv der Hohlwelt zieht sich durch das ganze Buch. Von den Quellen am Anfang bis zum Poolbesitzer in der Radiosendung am Ende. Auf der richtigen Fährte bleibt aber alleine wer?: Giuseppe.
Fünf Sterne für diesen vor Witz sprühenden Schelmenroman! Ein unterhaltsames, intellektuelles Lesevergnügen.