Amüsante Herbstlektüre

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Miles und Kate ziehen vom urbanen Kalifornien ins ländliche Vermont - im Schlepptau ihre beiden Schulkinder und ihren hypoallergenen Hund. Kate hat dort eine Gastprofessur angenommen und Miles möchte seine Doktorarbeit beenden. Genau, die, an der er seit 14 Jahren arbeitet. Wir begleiten die Familie ab ihrer Reise und erleben ihre Eingewöhnung in das neue Zuhause mit, das mit jeder Menge kauziger Nachbarn aufwarten kann.
Mir hat das Buch beim Lesen viel Freude gemacht. Das lag vor allem an den vielen feinen Beobachtungen, die immer wieder einfließen. Beispielsweise, als die Familie ihre erste Mahlzeit im neuen Zuhause an der nächsten, 17 Meilen (!) entfernten Tankstelle einnimmt und der Autor bemerkt, die Kinder seien im Reich der unverarbeiteten Bio-Lebensmittel aufgewachsen und wären daher noch nie in den Genuss eines Slushies gekommen. Oder die Tatsache, dass Miles 14 Jahre an seiner Doktorarbeit arbeitet, entlockt einem auch ein Schmunzeln, wenn man einmal in diese akademischen (Un-)Tiefen vorgedrungen ist. Natürlich lernt die Familie auch allerhand neue Leute kennen - vom nordischen Ski-Ass über Hobby-Gärtner und -Farmer bis zum Rollstuhlfahrer mit eigenem Krankenwagen als Gefährt. Alle werden von Daniel Mason gleichermaßen liebevoll beschrieben und man kann es Miles durchaus nachfühlen, dass er auch ihretwegen Mitglied in einer kuriose Interessensgemeinschaft wird. Und deren Hilfe wird auf einmal entscheidend, als Miles Tochter verschwindet…
„Landleute“ ist eine fröhliche Lektüre für alle die, die vielleicht schon einmal selbst länger an einer akademischen Arbeit saßen. Oder für die, die Vermont mögen oder kauzige Vögel. Oder die, die eine Geschichte über das unerwartete Ankommen an einem fremden Ort suchen.