Auf der Suche nach dem verlorenen Paradies
Der Roman beginnt märchenhaft, erst auf Seite 30 wechselt er die Perspektive und gibt seinen Hauptpersonen Namen: Kate Krzelewski-Petrosian hat eine Gastprofessur in Vermont angenommen. Ihr Mann Miles sieht der Veränderung frohgemut entgegen, weil er hofft, in der ländlichen Idylle endlich nach 14 Jahren seine Dissertation über den Literaten John Milton fertigstellen zu können. Auch die gemeinsamen Kinder Wesley (12) und Olive (9) freuen sich auf den befristeten Tapetenwechsel. Hund Giuseppe zuliebe reist man von der West- an die Ostküste mit dem Auto. Schon diese tagelange Fahrt gestaltet sich zu einem Abenteuer.
Die Familie bezieht das möblierte Haus eines Professorenkollegen. Man wird nicht skeptisch, weil es mietfrei ist, sondern glaubt, dass Blumen gießen und die Abwehr tierischer Eindringlinge ausreichende Gegenleistung darstellen. Weit gefehlt! Etwas Geheimnisvolles umgibt das Gebäude von Anfang an.
Der Roman ist in einem unterhaltsam leichten, aber nie trivialen Ton gehalten. Die Geschichte wird aus der Perspektive des Familienvaters erzählt, der sich aufgeschlossen und neugierig mit seiner Umwelt beschäftigt. Mit der Akademikerblase seiner Frau hat er so seine Schwierigkeiten, aber unter den anderen Landleuten findet er nach und nach interessante Bekanntschaften und Gleichgesinnte. So richtig „normal“ ist allerdings niemand. Alle sind sie auf der Suche nach einer idealen Lebensform fernab der Städte. Es gibt verschiedene Gruppierungen, die eigenwillige Verschwörungs- oder Höhlenwelttheorien vertreten, für die sie Beweise suchen. Miles lernt oberflächliche Wichtigmacher, emsige Apfelgärtner und skurrile Wylkesianer kennen. Gerne folgt er ihnen für eine Weile, vermeintlich immer unter dem Aspekt, seine Doktorarbeit endlich vollenden zu wollen. Der Leser spürt dabei schnell, dass sich der gute Miles selbst etwas vormacht und sich in Ausreden oder Vorwänden verstrickt.
Übelnehmen tut man es ihm nicht. Er ist ein sympathischer Charakter, offen und warmherzig. Dazu kommt, dass er über ausreichend Selbstironie verfügt und ein überaus fantasievoller Geschichtenerzähler ist. Er kann die langweiligsten Dinge lebendig ausschmücken. Manchmal fließen Realität und Fantasie auch ineinander. Das Figurenpersonal ist reichhaltig, man braucht eine Weile, um es zu sortieren. Es kommen eine Reihe seltsamer Gestalten und abgehobener Leute vor – wirklich schlecht oder böswillig ist niemand. Mason greift gegenseitige Vorurteile und Klischees von Stadt- und Landbevölkerung auf, beobachtet sorgfältig und lässt die jeweiligen Eigenarten auf humorvoll ironische Weise aufeinanderprallen. Dabei zeigt der Autor einen unbändigen Ideenreichtum. Er beschreibt sehr anschaulich und bildreich, man könnte sich den Roman hervorragend als Verfilmung vorstellen.
Der Roman lebt von seinen liebevoll gezeichneten Figuren und den zahlreichen Erlebnissen rund um Miles und seine Familie. Manchmal verliert sich die Handlung in längeren Nebengeschichten, die aus Miles Gedankenfülle und Neugier resultieren und für die man etwas Geduld benötigt. Insgesamt überwiegt aber das Positive: „Landleute“ ist ein überaus positiver, klug komponierter Roman, den die Suche nach dem verlorenen Paradies als durchgängiges Motiv auszeichnet. Ein Roman für schöne Lesestunden fernab der Unruhen in der Welt, den ich all jenen empfehle, die Freude an leicht abgedrehten Geschichten mit teilweise skurrilen Charakteren haben.
Auch als Geschenk ist das liebevoll gestaltete Hardcover ein Hingucker, dessen Cover Bezug zu den Höhlenkreisen aufnimmt und dessen Handlung mit mehreren schwarz/weiß Bildern illustriert ist. Cornelius Hartz hat aus dem Englischen übersetzt und den Ton hervorragend getroffen.
Leseempfehlung!
Die Familie bezieht das möblierte Haus eines Professorenkollegen. Man wird nicht skeptisch, weil es mietfrei ist, sondern glaubt, dass Blumen gießen und die Abwehr tierischer Eindringlinge ausreichende Gegenleistung darstellen. Weit gefehlt! Etwas Geheimnisvolles umgibt das Gebäude von Anfang an.
Der Roman ist in einem unterhaltsam leichten, aber nie trivialen Ton gehalten. Die Geschichte wird aus der Perspektive des Familienvaters erzählt, der sich aufgeschlossen und neugierig mit seiner Umwelt beschäftigt. Mit der Akademikerblase seiner Frau hat er so seine Schwierigkeiten, aber unter den anderen Landleuten findet er nach und nach interessante Bekanntschaften und Gleichgesinnte. So richtig „normal“ ist allerdings niemand. Alle sind sie auf der Suche nach einer idealen Lebensform fernab der Städte. Es gibt verschiedene Gruppierungen, die eigenwillige Verschwörungs- oder Höhlenwelttheorien vertreten, für die sie Beweise suchen. Miles lernt oberflächliche Wichtigmacher, emsige Apfelgärtner und skurrile Wylkesianer kennen. Gerne folgt er ihnen für eine Weile, vermeintlich immer unter dem Aspekt, seine Doktorarbeit endlich vollenden zu wollen. Der Leser spürt dabei schnell, dass sich der gute Miles selbst etwas vormacht und sich in Ausreden oder Vorwänden verstrickt.
Übelnehmen tut man es ihm nicht. Er ist ein sympathischer Charakter, offen und warmherzig. Dazu kommt, dass er über ausreichend Selbstironie verfügt und ein überaus fantasievoller Geschichtenerzähler ist. Er kann die langweiligsten Dinge lebendig ausschmücken. Manchmal fließen Realität und Fantasie auch ineinander. Das Figurenpersonal ist reichhaltig, man braucht eine Weile, um es zu sortieren. Es kommen eine Reihe seltsamer Gestalten und abgehobener Leute vor – wirklich schlecht oder böswillig ist niemand. Mason greift gegenseitige Vorurteile und Klischees von Stadt- und Landbevölkerung auf, beobachtet sorgfältig und lässt die jeweiligen Eigenarten auf humorvoll ironische Weise aufeinanderprallen. Dabei zeigt der Autor einen unbändigen Ideenreichtum. Er beschreibt sehr anschaulich und bildreich, man könnte sich den Roman hervorragend als Verfilmung vorstellen.
Der Roman lebt von seinen liebevoll gezeichneten Figuren und den zahlreichen Erlebnissen rund um Miles und seine Familie. Manchmal verliert sich die Handlung in längeren Nebengeschichten, die aus Miles Gedankenfülle und Neugier resultieren und für die man etwas Geduld benötigt. Insgesamt überwiegt aber das Positive: „Landleute“ ist ein überaus positiver, klug komponierter Roman, den die Suche nach dem verlorenen Paradies als durchgängiges Motiv auszeichnet. Ein Roman für schöne Lesestunden fernab der Unruhen in der Welt, den ich all jenen empfehle, die Freude an leicht abgedrehten Geschichten mit teilweise skurrilen Charakteren haben.
Auch als Geschenk ist das liebevoll gestaltete Hardcover ein Hingucker, dessen Cover Bezug zu den Höhlenkreisen aufnimmt und dessen Handlung mit mehreren schwarz/weiß Bildern illustriert ist. Cornelius Hartz hat aus dem Englischen übersetzt und den Ton hervorragend getroffen.
Leseempfehlung!