Bisschen irre

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liesdochmaleinbuch Avatar

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Der Start ins Buch war für ein Empfinden eher träge angelegt, man wird langsam ins Setting und die Familiendynamik eingeführt, wobei Miles eine eher unspektakuläre Rolle zukommt. Eingerichtet in der Häuslichkeit des ländlichen Lebens wird er dann immer empfänglicher für neue Freundschaften, Hobbys und allerlei abstruses Gedankengut, um nicht in der Langeweile seines eintönigen Lebens zu versinken

Miles fand ich ja so ein bisschen unsympathisch, wie er sich im Drückebergertum profiliert und sich in seiner Langeweile suhlt. Er könnte ja was tun- Dissertation verfassen, eine Anstellung finden, umschulen. Aber irgendwie sonnt er sich in der zu Anfang der Beziehung geleisteten Care-Arbeit und schafft es nicht, sich aus dem selbstgebuddelten Sumpf zu befreien, den er mit Ehrenämtern und Freizeit-Aktivitäten füllt. Schlimmer finde ich eigentlich nur, dass der Rest der Familie nicht mal eine Persönlichkeit zu haben scheint. Die Handlung ist wirklich rund um Miles angelegt und auf ihn ausgelegt.

Vor allem die „Bunte Minute“ war für mich jedes Mal ein irrwitziges Spektakel aus Nonsense-Gebabbel und männlicher Profilierung. Braucht kein Mensch- unterhaltsam ist es leider trotzdem.

Die Geschichte ist gefühlt eine Aneinanderreihung von Fakten, Fiktionen und Irrglauben. Der Erzählstil ist ein bisschen eigen, die klassische Roman-Form wird immer mal wieder aufgebrochen, der lange Epilog ist fast schon unfassbar spektakulär und wurde für mich zum Herzstück der Geschichte.

Zwischendurch hab ich mich immer mal gefragt, was ich da eigentlich lese. Trad-Wife Trend gefühlt mal anders, aber nicht weniger abstrus. Kann man machen, ich bleibe mit gemischten Gefühlen zurück.