Ein Held, der sich gern verläuft
Seit zwölf Jahren arbeitet Miles Krzelewski an seiner Doktorarbeit über russische Volksmärchen, fertig wird sie nie. Als seine Frau Kate eine Gastprofessur in Vermont annimmt, zieht die Familie samt Hund aufs Land, und Miles will dieses Jahr endlich etwas zustande bringen. Dann lernt er die Leute im Ort kennen, und jeder von ihnen hat eine Geschichte, die ihn mehr interessiert als seine Dissertation.
Was mich an „Landleben“ am meisten begeistert hat, ist Daniel Masons Erzählweise. Man liest Miles nicht von außen, man denkt mit ihm. Seine Gedanken schweifen ab, er glaubt Menschen zu schnell und meint es dabei immer gut, und der Text folgt genau dieser Bewegung. So kommt man diesem liebenswerten Chaoten sehr nah, auch an den Stellen, an denen man ihn schütteln möchte.
Das Buch hat etwas Eigenwilliges. Die Begegnungen und kleinen Missgeschicke wirken, als hätte jemand das Leben eines etwas schrägen Bekannten aufgeschrieben, so echt und so merkwürdig zugleich.
Ganz ohne Schwächen ist es für mich aber nicht. Ungefähr ab dem letzten Drittel hat mich die Geschichte weniger mitgenommen. Miles’ Abschweifungen werden länger, die Handlung tritt auf der Stelle, und ich habe mich ertappt, wie ich ein paar Seiten schneller gelesen habe.
Wer sich gern auf Umwege einlässt, wird Miles mögen. Ich habe ihn trotz der Längen gern begleitet und gebe 4 von 5 Sternen.
Was mich an „Landleben“ am meisten begeistert hat, ist Daniel Masons Erzählweise. Man liest Miles nicht von außen, man denkt mit ihm. Seine Gedanken schweifen ab, er glaubt Menschen zu schnell und meint es dabei immer gut, und der Text folgt genau dieser Bewegung. So kommt man diesem liebenswerten Chaoten sehr nah, auch an den Stellen, an denen man ihn schütteln möchte.
Das Buch hat etwas Eigenwilliges. Die Begegnungen und kleinen Missgeschicke wirken, als hätte jemand das Leben eines etwas schrägen Bekannten aufgeschrieben, so echt und so merkwürdig zugleich.
Ganz ohne Schwächen ist es für mich aber nicht. Ungefähr ab dem letzten Drittel hat mich die Geschichte weniger mitgenommen. Miles’ Abschweifungen werden länger, die Handlung tritt auf der Stelle, und ich habe mich ertappt, wie ich ein paar Seiten schneller gelesen habe.
Wer sich gern auf Umwege einlässt, wird Miles mögen. Ich habe ihn trotz der Längen gern begleitet und gebe 4 von 5 Sternen.