Genial, obwohl durch und durch schräg

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kat-yes Avatar

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Landleute ist der zweite Roman, den ich von Daniel Mason gelesen habe. Zuvor hat mir schon Oben in den Wäldern sehr gut gefallen, weshalb ich auch seinen neuen Roman unbedingt lesen wollte. Und was soll ich sagen: Auch dieser hat mich ziemlich beeindruckt. Auf rund 350 Seiten entfaltet Daniel Mason eine Story, die wirklich ihresgleichen sucht.

Doch worum geht’s?

Als Miles mit seiner Frau Kate und seinen beiden Kindern Wesley und Olive für ein Jahr aufs Land zieht, scheint das zunächst vor allem eins zu bedeuten: Veränderung. Während Kate durch ihre Gastprofessur schnell in der neuen Umgebung Fuß fasst, tut sich Miles deutlich schwerer. Seit vierzehn Jahren arbeitet er an seiner Doktorarbeit, kümmert sich um die Familie und sucht zugleich nach einem Platz in der eingeschworenen Dorfgemeinschaft. Wider Erwarten entdeckt er bald die ungeahnten Seiten des Landlebens. Er lernt Skilanglauf, übt sich im Sensenmähen und gerät schließlich an eine ebenso schräge wie faszinierende Gruppe Einheimischer. Deren Mitglieder sind fest davon überzeugt, dass tief unter der Erde eine verborgene Hohlwelt existiert. Anfangs erscheint Miles diese Vorstellung als eine skurrile Flucht aus dem Alltag. Doch je mehr er sich auf die Gemeinschaft einlässt, desto stärker gerät er in ihren Bann. Und was ihm zunächst Halt und Zugehörigkeit schenkt, beginnt allmählich, seine bisherigen Überzeugungen ins Wanken zu bringen.

Dieser Roman ist so ziemlich der ungewöhnlichste, den ich jemals gelesen habe, aber nichtsdestotrotz hat er meinen Lesenerv vollends getroffen und mich bestens unterhalten. Vor allem die schrägen Gedankengänge und die unglaublich genaue Beobachtungsgabe des Autors konnten mich zu hundert Prozent überzeugen. Etwas anstrengend fand ich die zum Teil sehr langen und verschachtelten Sätze. Das war in puncto Konzentration hin und wieder eine echte Herausforderung. Grundsätzlich haben mir die Erzählweise und der Sprachstil jedoch gut gefallen. Besonders Miles mit seinen vielen gedanklichen Abschweifungen hat mich immer wieder schmunzeln lassen.

Alles in allem ist Landleute ein großartiger Roman, den ich gerne weiterempfehle und der hoffentlich noch viele begeisterte Leser:innen finden wird. Ich persönlich fand die Mischung aus Familienroman, literarischem Humor, Naturbeobachtungen und einem Hauch von Mysterium jedenfalls ausgesprochen faszinierend und lesenswert.