Habe mich köstlich amüsiert ...
Als nach dem Ende der Pandemie Kate, Miles, Kinder & Hund für Kates Gastprofessur aus Kalifornien ins ländliche Greensbury/Vermont ziehen, tun sich vor ihnen unspektakuläre und darum umso boshaftere Konflikte auf. Kate ist schon länger an Multipler Sklerose erkrankt und hat bisher offenbar ihren ungeklärten Krankenversicherungsstatus verdrängt. Miles, der auf dem Land den Hausmann geben soll, änderte bisher in 10 Jahren mehrmals sein Promotionsthema, informierte jedoch selten seine Betreuer darüber. Beim erstbesten gesellschaftlichen Ereignis muss Miles feststellen, dass Männer in Vermont sich über ihre Apfelbäume und gigantischen Rasenmäher unterhalten und er sich mit seinem aktuellen Thema Russische Märchenliteratur nur blamieren kann. Miles dagegen hatte Rancher, Trapper und Förster in der Region erwartet. Sohn Wesley suchtete während der Pandemie sämtliche Wissenssendungen weg und ist seitdem in der Lage, unbedachte Behauptungen Erwachsener akribisch zu widerlegen. Wer einen hypoallergenen Wasserhund namens Giuseppe aufs Land deportiert, sollte sich besser mit der Frage befassen, ob es in der Gegend Kojoten, Pumas und andere denkbare Gegner für Giuseppe geben könnte. Die behütet als Stadtkind aufgewachsene Tochter Olive muss jedenfalls schnellstens das Wissen nachholen, dass auf dem Land Tiere gejagt und geschlachtet werden. Zwischen dem schwierigen, phantasievollen Sohn Wesley, dem meisterhaften Geschichtenerzähler Miles und der durch Kates Krankheit drohenden Krise ist das Schlimmste zu befürchten. Selbst mit meiner gewagten Idee, Miles würde seine russischen Volksmärchen loslassen und in der handwerklich geprägten Region einen normalen Job annehmen, konnte ich das dumme Gefühl nicht abschütteln, dass die Dinge für Kate und Miles nur schiefgehen könnten. …
Fazit
Mit dem Wissen, dass Daniel Mason in einem älteren Roman bereits einen Klavierstimmer des 19. Jahrhunderts nach Birma geschickt hat, habe ich vom Autor eine groteske, süffisant formulierte Geschichte mit überraschenden, märchenhaften Wendungen erwartet. Von einem Roman aus dem College-Milieu hatte ich, ehrlich gesagt, Schlimmeres befürchtet und habe mich köstlich amüsiert.
Fazit
Mit dem Wissen, dass Daniel Mason in einem älteren Roman bereits einen Klavierstimmer des 19. Jahrhunderts nach Birma geschickt hat, habe ich vom Autor eine groteske, süffisant formulierte Geschichte mit überraschenden, märchenhaften Wendungen erwartet. Von einem Roman aus dem College-Milieu hatte ich, ehrlich gesagt, Schlimmeres befürchtet und habe mich köstlich amüsiert.