Humorvolle Gesellschaftssatire
Daniel Masons Roman Landleute beschreibt sehr lebendig ein Jahr im Leben einer ganz normalen kalifornischen Akademikerfamilie mit zwei Kindern und Hund. Aber eigentlich ist hier nichts normal, sondern überaus komisch. Der Frau, einer erfolgreichen Literaturprofessorin, wurde eine einjährige Gastprofessur angeboten, und zwar in Vermont, am anderen Ende der USA, wo die Welt eine andere ist: Klima, Natur, Siedlungsdichte, kultureller Hintergrund, alles ist hier fremd für kalifornische Großstadtmenschen. Sie nehmen das Angebot an, zumal der Mann beruflich ungebunden ist, denn er arbeitet seit 14 Jahren an seiner Dissertation, mit wechselnden Themen und wenig Erfolg, denn Kinderbetreuung und Haushalt halten ihn immer wieder ab. Dass seine Meisterschaft in der Kunst des Aufschiebens und des Erfindens von Vorwänden und Geschichten besteht, zeigt sich alsbald. Und so brechen sie auf, quer durch die USA, und zwar mit dem Auto, des Hundes wegen. In Vermont können sie kostenfrei im Haus eines Professors wohnen, der selbst abwesend ist, einem freistehenden gepflegten Haus im Grünen, sie können ihr Glück zunächst kaum fassen. Schon während der Schilderung der Fahrt wird klar, dass die eigentlichen Botschaften des Romans zwischen den Zeilen stehen, resultierend aus der gewaltigen Diskrepanz zwischen der heilen Welt, die sich die Familie vorgaukelt, und der harten Lebensrealität. Daraus speist sich der skurrile Humor, der sich überaus unterhaltsam durch den Roman zieht. Wir lernen alle Familienmitglieder mit ihren erstaunlichen Fähigkeiten kennen, auch die neunjährige Tochter, den zwölfjährigen Sohn und den italienischen hypoallergenen Trüffelsucherhund, dem eine besondere Rolle zufällt. Nach und nach lernen die Zugezogenen und wir mit ihnen auch die vermeintlichen Landleute kennen, was sich im überschaubaren Kontext einer Kleinstadt kaum vermeiden lässt. Hier sei nur so viel verraten, dass es diesen Menschen an skurrilen Eigenheiten und Überzeugungen nicht mangelt, was zu einigen Verwicklungen führen wird.
Der Roman ist durchaus spannend und witzig, kurzweilig geschildert, getragen von Wohlwollen für die Protagonisten, ihre Schwächen und Stärken. Daraus entsteht eine liebevoll konstruierte Gesellschaftssatire, beste Unterhaltung mit hintergründigem Humor.
Der Roman ist durchaus spannend und witzig, kurzweilig geschildert, getragen von Wohlwollen für die Protagonisten, ihre Schwächen und Stärken. Daraus entsteht eine liebevoll konstruierte Gesellschaftssatire, beste Unterhaltung mit hintergründigem Humor.