Leben auf dem Land

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bookworld91 Avatar

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Wer eine Gastprofessur an einer Hochschule hat, muss oft umziehen. So auch Kate, ihr Ehemann Miles und die Kinder Olive und Wesley inklusive Hund Guiseppe im Roman „Landleute“.

Kate hat in Vermont eine Vertretungsstelle als Literaturdozentin gefunden. Miles, der sich um seine Doktorarbeit und den Haushalt kümmert, ist Erzähler im Roman- daher erfahre ich mehr über das Leben zuhause, die Hobbys der Kinder- und das Leben der Leute. Mit der Zeit fängt Miles an, über das Verhalten der Landleute nachzudenken…

Da ich selber Literatur studiert habe (auch wenn ich inzwischen etwas anderes mache), Kamen mir viele Situationen bekannt vor . Es ist nicht leicht, in der Wissenschaft Fuß zu fassen, speziell im Fachbereich Literatur. Umso mehr konnte ich die Ausgangslage nachvollziehen. Es wird anschaulich und mit gehörigem Humor geschildert, wie sich die Familie auf dem Weg macht und langsam ankommt. Von moralisch fragwürdigen Bildern über kleine Schäden an Haus und Garten bis hinzu wirren Ideen im Bezug auf Miles Doktorarbeit- die Familie hat einige Baustellen, ehe sie ankommen.
Schließlich gerät das Landleben in den Fokus. Die Gartenarbeit und der damit verbundene Podcast bringen frische Ideen gezielt eingestreut, die neuen Bekannten bringen andere Sichtweisen und festgefahrene Meinungen werden hinterfragt. Diese Thematik wird genauso humorvoll und beobachtend dargestellt wie die Familie im Anfang.
Was mich ein wenig gestört hat ist die „Hohle Welt“ Theorie am Ende. Diese Theorie besagt, dass unsere Welt nicht massiv ist, sondern innen Hohlräume und (bewohnte) Sphären hat. Inzwischen ist sie widerlegt, doch Autor Daniel Mason stellt hier exemplarisch dar, wie sehr die Leute auf dem Land teils an Alten Ideologien festhalten oder sich rasch überzeugen lassen. Das hinterfrage ich kritisch- auch Landmenschen können fortschrittlich denken und leben nicht immer hinter dem Mond. Aufgrund dieser leicht fragwürdigen Darstellung vom denken der Gesellschaft, ohne es als überspitzt zu kennzeichnen, gebe ich den interessanten und größtenteils unterhaltsamen Roman vier Sterne.