Sprachlich brillant, erzählerisch etwas zerfasert

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sarah.klaus Avatar

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Landleute von Daniel Mason hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Schon sprachlich merkt man, dass hier ein Autor mit enormem schriftstellerischem Können am Werk ist. Mason schreibt wortgewandt und klug und beweist dabei eine sprachliche Finesse, die mir in manchen Romanen fehlt. Man merkt beim Lesen einfach: Hier hat man ein wirklich gut geschriebenes Buch vor sich.

Besonders gefallen hat mir, wie vielseitig Mason mit verschiedenen Stilmitteln arbeitet. Der Erzähler spricht direkt mit dem Leser, die eigentliche Geschichte wird von einer typografisch hervorgehobenen Radiosendung durchbrochen, dazu kommen Abbildungen, Zitate, Verweise auf andere Bücher und eine beinahe endlos wirkende Fußnote. Am Ende gibt es sogar zwei Epiloge – einen zur Geschichte selbst und einen zum Radiobeitrag. All diese Elemente wirken nicht beliebig, sondern sind überraschend gut miteinander verwoben.

Dazu kommt ein hervorragender Humor. Gerade die vielen skurrilen und teilweise völlig überzeichneten Charaktere machen großen Spaß. Im Mittelpunkt steht eine Familie, die von Kalifornien aufs Land nach Vermont zieht und dort auf allerlei eigenwillige Menschen trifft. Dabei nimmt Mason das Landleben und seine Bewohner durchaus liebevoll, aber auch überspitzt aufs Korn.

Was mir allerdings etwas gefehlt hat, war ein klarer roter Faden. Im letzten Drittel taucht mit der Theorie einer Hohlwelt ein Thema auf, das mich persönlich sehr interessiert hätte. Es wird bereits im Prolog angedeutet, spielt im weiteren Verlauf aber weniger eine Rolle, als ich erwartet hatte. Ich hätte mir gewünscht, dass dieser Handlungsstrang stärker durch den Roman geführt wird und der Geschichte dadurch etwas mehr Fokus gibt. Gerade bei längeren Passagen – beispielsweise beim Skilanglauf – habe ich mich gefragt, wohin das Ganze eigentlich führt.

Trotzdem hatte ich viel Freude beim Lesen. Die Mischung aus kluger Sprache, ungewöhnlichen Stilmitteln, schrägen Figuren und trockenem Humor ist definitiv etwas Besonderes. Auch das Cover finde ich ausgesprochen gelungen: Es fällt auf, macht neugierig und wurde auch in der Buch-Community direkt positiv wahrgenommen.

Für mich ist Landleute deshalb vor allem ein sprachlich außergewöhnlicher und humorvoller Roman, bei dem ich mir an einigen Stellen etwas mehr Fokus auf eine zusammenhängende Geschichte gewünscht hätte.