Glamour und Intrigen der Modewelt - mit wenig Tiefe
Nachdem ich den ersten Teil der "Les Bouttiers"-Dilogie bereits gelesen hatte (und leider nicht ganz überzeugt war), setzte ich meine Hoffnung in den zweiten Band mit dem Gedanken, hier mehr in die Charaktere der Protagonisten Elodie, Adam und Gabriel einzutauchen.
Was ich zu Beginn wirklich gut fand, war eine kurze Zusammenfassung des vorherigen Buches, sodass man als Leser einen super Einstieg zurück in die Geschichte bekommen hatte. Das hat mir persönlich sehr geholfen und ist etwas, was ich mir schon bei dem ein oder anderen Buch in der Vergangenheit gewünscht hätte.
Auch der Schreibstil der Autorin Antonia Wesseling hat mir wieder sehr gefallen - angenehm, leicht und flüssig! Es macht generell Spaß ihre Worte zu lesen.
Doch nun kommen wir bedauerlicherweise auch schon zu meiner Kritik, denn auch, wenn der Schreibstil wirklich super war, so fehlte mir hier (leider wieder) die Tiefe. Elodie war mir an vielen Stellen zu naiv, an anderen Stellen zu bockig, was sie letztendlich teilweise einfach etwas nervig gemacht hat. Und auch Adam und Gabriel wirkten für mich persönlich enttäuschenderweise eher flach und ich konnte kaum eine Beziehung zu ihnen aufbauen - wobei ich mit Adam noch am meisten sympathisierte.
Hinzu kommt, dass mich das Liebesdreieck letztendlich auch in diesem Teil nicht überzeugen konnte. Es fehlte mir vor allem bei Elodie und Gabriel an überzeugenden Emotionen - sowohl die romantischen Gefühle als auch zum Beispiel die Zerrissenheit, diese nicht zulassen zu dürfen.
Insgesamt empfand ich die Storyline teilweise als ziemlich zäh, was schade ist. Es gab nämlich grundsätzlich tolle Ideen und Ansätze - nur waren sie für mich nicht überzeugend ausgearbeitet. Auch das Familiengeheimnis konnte mich nicht wirklich überraschen und das anschließende Ende wirkte für mich ziemlich abrupt, unrund und erzwungen "perfekt". (Und ein bisschen mehr "Modewelt" hätte es thematisch für mich ebenfalls sein dürfen.)
Doch es ist kein schlechtes Buch, es konnte mich nur bedauerlicherweise nicht wirklich überzeugen und in seinen Bann ziehen. Aber auch, wenn ich die Ausarbeitung der Hauptcharaktere und der Geschichte leider kritisiere, gibt es da einen Nebencharakter, der mich seeehr begeistert hat und unfassbar stark und vielfältig war. Deshalb an dieser Stelle: Danke für diese starke Frau in der Geschichte!