Globale Armut. Hoffnungsvoll
Tomer Gardis Roman "Liefern" hat mich positiv überrascht. Im Grunde sind es sechs Erzählungen, die ineinander verwoben sind. Ein Beziehungsgeflecht, das global gespannt wird und von den Hoffnungen ärmerer Menschen berichten. Doch was ist "arm" eigentlich? Vielleicht sind es einfach nur Menschen, die andere Hürden zu überwinden haben, um im Leben weiterzukommen. Sie müssen mit einfacheren Mitteln größere Distanzen überwinden und sind sich doch mit ihren Liebsten scheinbar näher als es Menschen sind, deren Hürden oft nur in ihren Köpfen existieren.
Doch worum geht es? Der Titel "Liefern" und auch das Cover mit dem kleinen Motorradfahrer in einem Positionspfeil deutet es sichtbar an: Es geht um Menschen, die Fahrer, Diener, Zulieferer sind, die meist aus Zwang und prekär beschäftigt einen Lebensunterhalt gewählt haben, der kaum eine Wahl war. Sie beliefern die sogenannten Reichen und Schönen mit Essen und schauen dabei täglich, wie sie aus diesem Leben herauskommen können.
Der Roman beginnt mit Filmon aus Eriträa, der in Tel Aviv gestrandet ist. Auf der Flucht mit seiner Frau hat er sie geschwängert. Sie lebt mittlerweile mit der Tochter Israel in Deutschland. Bereits seit acht Jahren sind sie getrennt. Dennoch lebt Filmon noch immer mit der Hoffnung, dass er als Lieferant einmal etwas zur deutschen Botschaft liefern muss, dort dann auf Anhieb einen guten Eindruck hinterlässt und damit seine Ausreise nach Deutschland beschleunigen kann. Es sind naive Gedanken und doch spürt man beim Lesen, dass Filmon es schaffen kann.
Tomer Gardi schreibt in einem wahrhaft unnachahmlichen Stil: humorvoll, tiefgründig, warmherzig, derb. Es ist eine gesunde Mischung, die nie ins Banale, Alberne oder Unrealistische abgleitet. Es gibt auch kein Gefühl der Fremdscham, wie ich es zuweilen bei derartigen Themen erlebe. Man merkt dem Autor an, dass er wirklich da war und eingetaucht ist in die Lebenswirklichkeiten der prekär Beschäftigten und Lebenden.
Ein großartiger Roman, den ich jedem empfehle, der Alltagsrassismen und Vorurteile gegen arme Menschen hegt.
Doch worum geht es? Der Titel "Liefern" und auch das Cover mit dem kleinen Motorradfahrer in einem Positionspfeil deutet es sichtbar an: Es geht um Menschen, die Fahrer, Diener, Zulieferer sind, die meist aus Zwang und prekär beschäftigt einen Lebensunterhalt gewählt haben, der kaum eine Wahl war. Sie beliefern die sogenannten Reichen und Schönen mit Essen und schauen dabei täglich, wie sie aus diesem Leben herauskommen können.
Der Roman beginnt mit Filmon aus Eriträa, der in Tel Aviv gestrandet ist. Auf der Flucht mit seiner Frau hat er sie geschwängert. Sie lebt mittlerweile mit der Tochter Israel in Deutschland. Bereits seit acht Jahren sind sie getrennt. Dennoch lebt Filmon noch immer mit der Hoffnung, dass er als Lieferant einmal etwas zur deutschen Botschaft liefern muss, dort dann auf Anhieb einen guten Eindruck hinterlässt und damit seine Ausreise nach Deutschland beschleunigen kann. Es sind naive Gedanken und doch spürt man beim Lesen, dass Filmon es schaffen kann.
Tomer Gardi schreibt in einem wahrhaft unnachahmlichen Stil: humorvoll, tiefgründig, warmherzig, derb. Es ist eine gesunde Mischung, die nie ins Banale, Alberne oder Unrealistische abgleitet. Es gibt auch kein Gefühl der Fremdscham, wie ich es zuweilen bei derartigen Themen erlebe. Man merkt dem Autor an, dass er wirklich da war und eingetaucht ist in die Lebenswirklichkeiten der prekär Beschäftigten und Lebenden.
Ein großartiger Roman, den ich jedem empfehle, der Alltagsrassismen und Vorurteile gegen arme Menschen hegt.