Gemischte Gefühle

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eprager Avatar

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Ich bin mit gemischten Gefühlen aus Lola im Spiegel herausgegangen. Die Ausgangsidee und die düstere, fast filmische Atmosphäre haben mich zunächst sehr angesprochen. Die Sprache ist stellenweise poetisch und eindringlich, und man merkt, dass hier große Themen wie Identität, Herkunft und Hoffnung verarbeitet werden sollen. Einzelne Szenen bleiben auch wirklich im Kopf.

Trotzdem hat mir über weite Strecken der emotionale Zugang gefehlt. Viel wirkt ausgedehnt erzählt, ohne dass dabei ausreichend Tiefe entsteht. Einige Passagen ziehen sich, und die Figuren bleiben teilweise auf Distanz, sodass echtes Mitfühlen für mich schwierig war. Ich hatte öfter das Gefühl, dass Wirkung beabsichtigt ist, aber nicht ganz erreicht wird.

Insgesamt ein ambitionierter Roman mit starken Momenten, aber auch deutlichen Längen. Für mich solide, jedoch nicht nachhaltig bewegend. 3 von 5 Sternen.