Eindrucksvoll und bedrückend

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holzfrieden Avatar

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Anousch Müllers „Lori“ ist ein ganz besonderes Buch. Es geht einfach unter die Haut. Die Protagonistin und ich Erzählerin Leni weiß, dass sie eine Schwester hatte. Sie weiß auch, dass sie diese Schwester verloren hat. Sie weiß aber nicht, warum dieses geschah, und macht sich auf die Suche nach Antworten, denn immer wieder muss sie an Lori denken. Dieses Buch ist vor allem auch ein politisches Buch, die ehemalige DDR spielt eine wesentliche Rolle. Auch das Leben von Lenis Mutter wird durchleuchtet, so kommt man der Geschichte nach und nach näher. Die Handlung beginnt 1995 in Thüringen. Dort lebt Leni mit ihrer Familie in einem verlassenen Bahnhof. Die Handlung geht dann zurück bis in die Siebzigerjahre, als die DDR noch existierte. Man spürt, als Leserin sehr genau, was politische Systeme der Unterdrückung mit Menschen machen und wie lange diese noch nachwirken. Politische System der DDR ist uns allen vertraut, inzwischen aber vielleicht auch schon ein wenig weit weg. Dieses Buch holt uns zurück und zeigt, was Unterdrückung und Bespitzelung mit Menschen macht. Der sehr unaufgeregte Ton von Anousch Mueller beeindruckt mich sehr, denn vordergründig er so gar nicht zur erzählten Handlung. Aber gerade das tut gut und macht dieses Buch besonders.