Mutter und Tochter
„Wir sind anders als du und Papa, aber ich spüre manchmal dein Erbe in mir durchsickern. Ich will nicht, dass uns dasselbe wie euch passiert. Ich will nicht, dass aus Liebe Zorn wird.“ (S.112)
Iva lebt mit ihrem Mann Felix in Wien. Ihre Heimat Slowenien hat sie vor vielen Jahren verlassen und führt nun ein Leben in der österreichischen Metropole als Musikerin. Doch ihre Beziehung mit Felix ist stark belastet- hinzu kommt ein unerfüllter Kinderwunsch, der zusätzlichen Druck und Frust auf die Beziehung ausübt.
Als Iva schließlich erfährt, dass ihr Kindermädchen Marija, zu der die eine innige Bindung hatte, verstorben ist, beschließt sie sofort an den Ohridsee in Nordmazedonien zu fahren - dem Ort, an dem sie viele glückliche Ferien in ihrer Kindheit im Hotel ihrer Großeltern verbracht hat. Bei der Beerdigung entdeckt Iva auf dem Grabstein von Marija den Namen eines Mädchens, das Marijas Tochter gewesen zu sein scheint und deren Tod mit ihrer eigenen Familie verbunden ist. Als Inas Mutter zeitgleich in Slowenien im Krankenhaus eingeliefert wird, lassen diese beiden Ereignisse viele Erinnerungen an Kindheit, Ivas Beziehung zu ihrer Mutter in ihre aufkommen. Ihr wird zunehmend bewusst, dass die Beziehung zu ihrer Mutter seither durch Ambivalenzen sowie Gefühlskälte geprägt war. Ebenso stellt Iva ihren sehnlichsten Kinderwunsch infrage, bis sie sich schließlich durchringt mit Felix nach Slowenien zu reisen...
Tamara Štajner verhandelt in ihrem Roman viele Themen, wie eine belastende Mutter-Tochter-Beziehungen sowie daraus resultierende transgenerationale Traumata, eine toxische Beziehung und die Auseinandersetzung mit der Mutterrolle.
Insbesondere die Beschreibungen der Mutter-Tochter-Beziehung stand für mich beim Lesen des Buches sehr im Fokus. Štajner verdeutlicht diese Thematik durch die vielen Abschnitte in Form eines Briefes an die Mutter, indem Iva diese direkt anspricht und die Lesenden dadurch über ihre Gefühle und Erinnerungen an ihre Kindheit erfahren. Diese Abschnitte wechseln sich mit der direkten Handlungsbeschreibung ab, was mir beim Lesen sehr gut gefallen hat. Inhaltlich hatte ich zunächst das Gefühl, dass das Kinderwunschthema einen zu großen Raum einnimmt, was sich aber abschließend nach Beendigung der Lektüre für mich als sinnvoll erwies, um die Thematik vollständig zu erfassen. Die Wutausbrüche von Iva und Felix fand ich teilweise schwer aushaltbar, aber auch dies ist sicherlich ein Bestandteil, um die Geschichte in all seinen psychologischen Sequenzen zu beleuchten. Insgesamt hat mich "Luft nach unten“ sehr angesprochen und ich empfehle es gerne allen, die sich für die benannten Themen interessieren.
Iva lebt mit ihrem Mann Felix in Wien. Ihre Heimat Slowenien hat sie vor vielen Jahren verlassen und führt nun ein Leben in der österreichischen Metropole als Musikerin. Doch ihre Beziehung mit Felix ist stark belastet- hinzu kommt ein unerfüllter Kinderwunsch, der zusätzlichen Druck und Frust auf die Beziehung ausübt.
Als Iva schließlich erfährt, dass ihr Kindermädchen Marija, zu der die eine innige Bindung hatte, verstorben ist, beschließt sie sofort an den Ohridsee in Nordmazedonien zu fahren - dem Ort, an dem sie viele glückliche Ferien in ihrer Kindheit im Hotel ihrer Großeltern verbracht hat. Bei der Beerdigung entdeckt Iva auf dem Grabstein von Marija den Namen eines Mädchens, das Marijas Tochter gewesen zu sein scheint und deren Tod mit ihrer eigenen Familie verbunden ist. Als Inas Mutter zeitgleich in Slowenien im Krankenhaus eingeliefert wird, lassen diese beiden Ereignisse viele Erinnerungen an Kindheit, Ivas Beziehung zu ihrer Mutter in ihre aufkommen. Ihr wird zunehmend bewusst, dass die Beziehung zu ihrer Mutter seither durch Ambivalenzen sowie Gefühlskälte geprägt war. Ebenso stellt Iva ihren sehnlichsten Kinderwunsch infrage, bis sie sich schließlich durchringt mit Felix nach Slowenien zu reisen...
Tamara Štajner verhandelt in ihrem Roman viele Themen, wie eine belastende Mutter-Tochter-Beziehungen sowie daraus resultierende transgenerationale Traumata, eine toxische Beziehung und die Auseinandersetzung mit der Mutterrolle.
Insbesondere die Beschreibungen der Mutter-Tochter-Beziehung stand für mich beim Lesen des Buches sehr im Fokus. Štajner verdeutlicht diese Thematik durch die vielen Abschnitte in Form eines Briefes an die Mutter, indem Iva diese direkt anspricht und die Lesenden dadurch über ihre Gefühle und Erinnerungen an ihre Kindheit erfahren. Diese Abschnitte wechseln sich mit der direkten Handlungsbeschreibung ab, was mir beim Lesen sehr gut gefallen hat. Inhaltlich hatte ich zunächst das Gefühl, dass das Kinderwunschthema einen zu großen Raum einnimmt, was sich aber abschließend nach Beendigung der Lektüre für mich als sinnvoll erwies, um die Thematik vollständig zu erfassen. Die Wutausbrüche von Iva und Felix fand ich teilweise schwer aushaltbar, aber auch dies ist sicherlich ein Bestandteil, um die Geschichte in all seinen psychologischen Sequenzen zu beleuchten. Insgesamt hat mich "Luft nach unten“ sehr angesprochen und ich empfehle es gerne allen, die sich für die benannten Themen interessieren.