Wenn Ballett plötzlich weniger Tüll und mehr Überlebensstrategie ist
Die Leseprobe macht schnell klar: Das hier ist kein Ballettroman mit Glitzer, Tüll und „Ach, wie schön die Bühne glänzt“. Der Einstieg kommt mit Krieg, Geburt, Suizid und zwei Babys daher, die praktisch zwischen Bombenlärm und seelischem Totalschaden ins Leben fallen. Dezent ist anders, aber wir sind immerhin gleich wach.
Maja und Natascha sind spannend, weil ihre Nähe nicht nur liebevoll wirkt, sondern fast ungesund eng. Maja klammert emotional, Natascha zieht Richtung Ruhm, Bühne und Iwan davon. Man ahnt: Der eigentliche Schmerz kommt nicht nur vom Balletttraining, sondern davon, dass zwei Menschen, die immer „wir“ waren, irgendwann „ich“ sagen müssen.
Stark ist die Verbindung aus historischer Härte und Körperdisziplin. Das Kirow ist nicht einfach ein Theater, sondern Rettungsboot, Propagandamaschine und Haifischbecken in einem. Wer dort tanzt, bekommt vielleicht ein besseres Leben. Wer nicht glänzt, verschwindet im grauen Rest.
Etwas viel ist der Prolog schon. Krieg, Belagerung, Muttersuizid, sowjetische Kulturpolitik, Ballettgeschichte – das Buch legt gleich einmal den ganzen historischen Werkzeugkoffer auf den Tisch. Stellenweise wirkt es fast so, als wolle es sagen: „Keine Sorge, ich habe recherchiert.“ Ja, merkt man.
Unterm Strich: dicht, ernst, atmosphärisch und deutlich erwachsener, als das Cover vielleicht vermuten lässt. Kein Wohlfühl-Ballett, sondern eher: Schwanensee mit Überlebensschuld. Würde ich weiterlesen – aber sicher nicht für Entspannung.
Maja und Natascha sind spannend, weil ihre Nähe nicht nur liebevoll wirkt, sondern fast ungesund eng. Maja klammert emotional, Natascha zieht Richtung Ruhm, Bühne und Iwan davon. Man ahnt: Der eigentliche Schmerz kommt nicht nur vom Balletttraining, sondern davon, dass zwei Menschen, die immer „wir“ waren, irgendwann „ich“ sagen müssen.
Stark ist die Verbindung aus historischer Härte und Körperdisziplin. Das Kirow ist nicht einfach ein Theater, sondern Rettungsboot, Propagandamaschine und Haifischbecken in einem. Wer dort tanzt, bekommt vielleicht ein besseres Leben. Wer nicht glänzt, verschwindet im grauen Rest.
Etwas viel ist der Prolog schon. Krieg, Belagerung, Muttersuizid, sowjetische Kulturpolitik, Ballettgeschichte – das Buch legt gleich einmal den ganzen historischen Werkzeugkoffer auf den Tisch. Stellenweise wirkt es fast so, als wolle es sagen: „Keine Sorge, ich habe recherchiert.“ Ja, merkt man.
Unterm Strich: dicht, ernst, atmosphärisch und deutlich erwachsener, als das Cover vielleicht vermuten lässt. Kein Wohlfühl-Ballett, sondern eher: Schwanensee mit Überlebensschuld. Würde ich weiterlesen – aber sicher nicht für Entspannung.