Liebe Geschichte, wundervoll illustriert

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Heute möchte ich euch den zweiten Band der Malte und Oßkar-Reihe ans Herz legen. Viele kennen Malte Zierden als engagierten Tierrechtsaktivisten – doch manchmal schreibt das Leben selbst die schönsten Geschichten. Eine ganz gewöhnliche Stadttaube landete immer wieder an einem kleinen Fenster seiner Wohnung. Malte taufte sie Oßkar und bald entstand zwischen Mensch und Vogel eine leise, zarte Freundschaft. Auf seiner Fensterbank richtete er ein winziges Wohnzimmer für den gefiederten Gast ein und teilte ihre Begegnungen mit einer wachsenden Gemeinschaft auf Instagram. Aus dieser ungewöhnlichen Verbindung entstanden schließlich die Bücher.

Nach dem ersten Band, der im letzten Jahr erschien, dürfen wir uns nun über die Fortsetzung freuen. Und wieder begleiten die wundervollen Illustrationen von Amia von Arenberg die Geschichte – Bilder voller Wärme, Humor und liebevoller Details, in denen es viel zu entdecken gibt.

Zur Geschichte:
Wenn Malte Angst verspürt, schrumpft er zu einem kleinen Mini-Malte. Ein poetisches Bild dafür, wie winzig Menschen sich fühlen können, die von Panik überrollt werden. Nach einem Unfall hat Malte große Furcht, seinen verletzten Freund Oßkar zu verlieren – und so wird er klein genug, um seinem geliebten Vogel auf Augenhöhe zu begegnen. Gemeinsam reisen sie in einem Körbchen, das wie eine kleine Seilbahn zwischen zwei Häusern gespannt ist, zu ihrer Freundin Phia. Phia versucht zu helfen und erzählt von ihrer verstorbenen Hündin Milla., Wie schon im ersten Band führt die Geschichte die beiden Freunde erneut auf eine fantastische Reise, auf der ihnen eine wunderbare Gestalt begegnet: der Trost. Er erscheint als weiches, warmherziges, riesengroßes trollartiges Wesen – genau so, wie Trost sich anfühlen kann, wenn man ihn endlich findet. Hündin Milla begegnet ihnen auf der Vergissmeinnichtwiese zu der der Trost die beiden Freunde bringt und Milla dort glücklich zu sehen, nimmt Malte die Angst vor dem Tod.

Am Ende der Geschichte wendet sich alles zum Guten, doch im Nachwort erfahren wir, dass die echte Taube Oßkar im Juni dieses Jahres leider verstorben ist – ein stiller Moment, der dem Buch besondere Tiefe verleiht.

Das hübsche Bilderbuch wird für Kinder von 5–7 Jahren empfohlen, doch zum Selbstlesen eignet es sich meiner Meinung nach weniger. Die poetischen Bilder, die Metaphern und die umgangssprachlichen Ausdrücke brauchen manchmal eine erklärende Stimme. Als Vorlesebuch jedoch ist es ein kleines Geschenk – für Kinder wie für Erwachsene.