Eine Zeitreise nach New York, bitte!

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Die vielen positiven Pressestimmen wecken schon vor dem Lesen große Erwartungen.
Und tatsächlich, "Manhattan Beach" ist opulent, sehr fundiert geschrieben und die Charaktere sind authentisch und ausdrucksstark.

Inhalt:
Anna Kerrigan wächst im New York der wirtschaftlich schwachen 30er und 40er Jahre auf. Ihre jüngere Schwester Lydia ist schwerbehindert und bedarf umfangreicher und ganztägiger Betreuung und Pflege, ihr Vater Eddie hält sich dank seiner Bekanntschaften mittels Gelegenheitsjobs über Wasser, ihre Mutter Agnes widmet sich fast vollkommen der Pflege von Lydia.
Doch Eddie verschwindet aus heiterem Himmel, ohne Vorankündigung, ohne ein Wort, und lässt die Familie in einer schwierigen Situation zurück.
Mit 19 Jahren weiß Anna, was sie werden will: Marinetaucherin!

Dieser Roman hat sowohl Stärken als auch Schwächen.
Als Schwäche sehe ich es an, dass diese sehr lange Geschichte gefühlt aus Teilen besteht, die keine homogene Masse bilden. Es handelt sich quasi um sehr viele Geschichten in einer Geschichte. Zudem ist es verwunderlich, dass manche Figuren die Geschichte nur für den Moment weiterbringen, aber ihr nicht nachhaltig weiterhelfen.
Der Aufbau und der Inhalt des Romans erzeugen weitestgehend keine richtige Spannung, es ähnelt vielmehr einer überaus interessanten Erzählung, die man auch für bare Münze nehmen könnte und die einen in eine andere Welt entführt. Es ist mehr eine Zeitreise, die man mit "Manhattan Beach" unternehmen kann, was mich auch auch schon zu den Stärken dieses Romans führt.
Er ist sehr detailverliebt und ermöglicht dem Leser, in die damalige Zeit einzutauchen. Einen Anteil daran haben auch die Charaktere, die der Autorin äußerst gut gelungen sind, absolut authentisch und sympathisch.

"Manhattan Beach" kann überzeugen, wen man vorbehaltlos anfängt zu lesen. Dann tritt man eine Zeitreise an, die einen mit sich nimmt in die Zeit des Zweiten Weltkriegs.