Ruhig und atmosphärisch, aber emotional flach
Mathilde Und Marie von Thorsten Woywood
Erscheint am 15. Januar 2026 bei dtv
Werbung: Das Buch wurde mir von dtv kostenlos zur Verfügung gestellt
Dieses wunderschön aufgemachte Buch bringt vermutlich alles mit, was man von einem klassischen Wohlfühlroman erwartet: eine überstürzte Flucht aus der Großstadt und/oder schwierigen Lebensumständen, schicksalsschwangere Zufallsbegegnungen, tiefe zwischenmenschliche Verbundenheit, Verlust und Verarbeitung, detailreiche und tröstende Naturbeschreibungen, ein ruhiges Dorf, Bücher, einen treuen tierischen Gefährten und sogar den Duft von frisch gebackenem Brot.
Ich bin keine Kennerin des Wohlfühlgenres, aber genau so stelle ich es mir vor – und genau darauf wollte ich mich einlassen, weil ich mir ein Buch gewünscht habe, das Geborgenheit vermittelt.
Für mich blieb der Roman über weite Strecken spürbar konstruiert. Statt sich organisch zu entfalten, scheinen Handlung, Figuren und Emotionen gezielt auf eine bestimmte Wirkung hin angeordnet zu sein. Das hat der Geschichte für mich viel von ihrem Zauber genommen.
Emotionale Nähe wird behauptet, aber nicht überzeugend entwickelt. Das zeigt sich vor allem im Tempo der Beziehungsgestaltung: Wenn bereits wenige Wochen nach dem Kennenlernen ein vorübergehender Abschied existenzielle Verzweiflung auslöst, fehlt mir dafür die erzählerische Grundlage. Zusätzlich bin ich immer wieder über sprachliche Plattitüden gestolpert, etwa wenn Eindrücke pauschal als „göttlich“ beschrieben werden, was für mich eher Distanz als Nähe erzeugt hat.
Positiv hervorheben möchte ich, dass es sich um einen handwerklich sehr guten Roman handelt. Auch das biologische Wissen über die Natur und Umgebung scheint sorgfältig recherchiert zu sein, und die Naturbeschreibungen haben mir stellenweise wirklich Freude bereitet. Abgesehen davon ist es immer eine großartige Leistung, ein Debüt zu verfassen.
Insgesamt ist es dem Roman für mich jedoch nicht gelungen, dem Ganzen die nötige Tiefenschärfe zu verleihen. Dadurch konnte er mich emotional nicht packen, und gegen Ende habe ich mich eher gelangweilt durch die Seiten bewegt. Das finde ich schade. Wahrscheinlich trifft „Mathilde und Marie“ schlicht nicht meinen persönlichen Geschmack, auch wenn er für Fans des Genres gut funktionieren mag.
Erscheint am 15. Januar 2026 bei dtv
Werbung: Das Buch wurde mir von dtv kostenlos zur Verfügung gestellt
Dieses wunderschön aufgemachte Buch bringt vermutlich alles mit, was man von einem klassischen Wohlfühlroman erwartet: eine überstürzte Flucht aus der Großstadt und/oder schwierigen Lebensumständen, schicksalsschwangere Zufallsbegegnungen, tiefe zwischenmenschliche Verbundenheit, Verlust und Verarbeitung, detailreiche und tröstende Naturbeschreibungen, ein ruhiges Dorf, Bücher, einen treuen tierischen Gefährten und sogar den Duft von frisch gebackenem Brot.
Ich bin keine Kennerin des Wohlfühlgenres, aber genau so stelle ich es mir vor – und genau darauf wollte ich mich einlassen, weil ich mir ein Buch gewünscht habe, das Geborgenheit vermittelt.
Für mich blieb der Roman über weite Strecken spürbar konstruiert. Statt sich organisch zu entfalten, scheinen Handlung, Figuren und Emotionen gezielt auf eine bestimmte Wirkung hin angeordnet zu sein. Das hat der Geschichte für mich viel von ihrem Zauber genommen.
Emotionale Nähe wird behauptet, aber nicht überzeugend entwickelt. Das zeigt sich vor allem im Tempo der Beziehungsgestaltung: Wenn bereits wenige Wochen nach dem Kennenlernen ein vorübergehender Abschied existenzielle Verzweiflung auslöst, fehlt mir dafür die erzählerische Grundlage. Zusätzlich bin ich immer wieder über sprachliche Plattitüden gestolpert, etwa wenn Eindrücke pauschal als „göttlich“ beschrieben werden, was für mich eher Distanz als Nähe erzeugt hat.
Positiv hervorheben möchte ich, dass es sich um einen handwerklich sehr guten Roman handelt. Auch das biologische Wissen über die Natur und Umgebung scheint sorgfältig recherchiert zu sein, und die Naturbeschreibungen haben mir stellenweise wirklich Freude bereitet. Abgesehen davon ist es immer eine großartige Leistung, ein Debüt zu verfassen.
Insgesamt ist es dem Roman für mich jedoch nicht gelungen, dem Ganzen die nötige Tiefenschärfe zu verleihen. Dadurch konnte er mich emotional nicht packen, und gegen Ende habe ich mich eher gelangweilt durch die Seiten bewegt. Das finde ich schade. Wahrscheinlich trifft „Mathilde und Marie“ schlicht nicht meinen persönlichen Geschmack, auch wenn er für Fans des Genres gut funktionieren mag.