Ein düsterer Ermittler
Jo Nesbøs Name reicht eigentlich schon, um neugierig zu werden. Minnesota wirkt auf mich nach den ersten Infos deutlich düsterer und ernster, als man es von klassischen Ermittlerkrimis kennt. Die Geschichte um Bob Oz klingt sehr belastend und traurig, besonders der Verlust seines Kindes lässt vermuten, dass hier viel innere Zerrissenheit mitschwingt. Genau das macht für mich den Reiz aus, weil Nesbø es meist schafft, kaputte Figuren glaubwürdig und nahbar zu erzählen. Die Jagd auf einen Täter, der scheinbar immer einen Schritt voraus ist, sorgt für Spannung, ohne dass es nach bloßer Action klingt. Ich erwarte keinen leichten Thriller, sondern eher eine intensive, harte Geschichte, die noch lange nachwirkt – und genau deshalb würde ich dieses Buch sehr gern lesen.