Schaf im Wolfspelz oder Wolf im Schafsfell?
Jeder neue Detektiv von Jo Nesbø muss sich an Harry Hole messen lassen, was auch ein bisschen an seinem Erfinder liegt, denn auch Bob Oz im neuen (wahrscheinlich) solitären Kriminalroman "Minnesota" ist ein Einzelgänger mit Alkoholproblem. Scheibchenweise erfährt man neben der Fortentwicklung und Aufklärung des Kriminalfalls persönliche Dinge über Bob. Diese beiden Ebenen sind, wie bei Jo Nesbø üblich, locker miteinander verbunden. Dennoch hängt beides enger miteinander zusammen, als es nur Zufall nennen zu können, was da im Verlauf der Handlung geschieht.
Die siedelt sich nun in Minnesota an. Ausgerechnet, möchte man meinen, steht diese Stadt aktuell doch zentral im politischen Mittelpunkt der mittlerweile autoritär regierten USA. Den eisigen Winter kennen wir aus dem Fernsehen; im Roman zieht er gerade herauf. Denn ein Killer hat es offenbar auf Waffenliebhaber abgesehen. Auch Bob Oz ist Waffen nicht gerade zugeneigt und kann dem Motiv des Menschen hinter den Anschlägen daher einiges abgewinnen. Es entsteht also eine Art geistige Nähe. Doch wie nah er dem Mörder wirklich ist, zeigt sich dem Detektiv natürlich erst am Ende.
Dem Leser wird bereits spätestens einhundert Seiten vor dem Ende klar, worauf alles hinausläuft. Und ab da jagt Jo Nesbø nicht nur den Mörder, sondern auch unweigerlich auf das Ende des Romans zu. Das war bereits bei früheren seiner Werke so. Diesmal fällt es besonders ins Gewicht. Scheinbar musste er fertig werden. Schade. Da hätte man in der Mitte etwas straffen können, um es hinten raus ab und zu noch etwas detaillierter machen zu können.
Fazit: Ein typischer Alters-Jo Nesbø, der sich gut liest, dem allerdings leider die Raffinesse und der Biss der ersten Werke fehlt. In jedem Fall noch ein gut lesbarer Roman, der auch ab und zu Politisches einstreut.
Die siedelt sich nun in Minnesota an. Ausgerechnet, möchte man meinen, steht diese Stadt aktuell doch zentral im politischen Mittelpunkt der mittlerweile autoritär regierten USA. Den eisigen Winter kennen wir aus dem Fernsehen; im Roman zieht er gerade herauf. Denn ein Killer hat es offenbar auf Waffenliebhaber abgesehen. Auch Bob Oz ist Waffen nicht gerade zugeneigt und kann dem Motiv des Menschen hinter den Anschlägen daher einiges abgewinnen. Es entsteht also eine Art geistige Nähe. Doch wie nah er dem Mörder wirklich ist, zeigt sich dem Detektiv natürlich erst am Ende.
Dem Leser wird bereits spätestens einhundert Seiten vor dem Ende klar, worauf alles hinausläuft. Und ab da jagt Jo Nesbø nicht nur den Mörder, sondern auch unweigerlich auf das Ende des Romans zu. Das war bereits bei früheren seiner Werke so. Diesmal fällt es besonders ins Gewicht. Scheinbar musste er fertig werden. Schade. Da hätte man in der Mitte etwas straffen können, um es hinten raus ab und zu noch etwas detaillierter machen zu können.
Fazit: Ein typischer Alters-Jo Nesbø, der sich gut liest, dem allerdings leider die Raffinesse und der Biss der ersten Werke fehlt. In jedem Fall noch ein gut lesbarer Roman, der auch ab und zu Politisches einstreut.