Jäger oder Beute?

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zoe82 Avatar

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„Nebelbeute“ ist der dritte Band einer Thriller-Reihe von Benjamin Cors. Die beiden Vorgänger fand ich spannend. Deshalb musste ich natürlich wissen, wie die Geschichte weitergeht.
Mila Weiss reist in die Berge. Sie hat sich eine Auszeit genommen. Sie will endlich Johannes Toblach stellen. Der Mann, der zwei Mädchen entführt hatte: Mathilda und Romy, von denen seitdem jede Spur fehlte. Mila würde sie finden, sie hatte es den beiden versprochen.
Doch noch am Tag ihrer Ankunft wird eine Leiche in den Bäumen gefunden. Ermordet und grausam inszeniert. Wer ist der Täter und wo liegt sein Motiv?
Mila stellt Wildkameras auf. Tatsächlich macht sie eine Entdeckung - und verschwindet spurlos. Jakob Krogh und die Gruppe 4 machen sich auf die Suche…
„Nebelbeute“ ist spannend und unterhaltsam. Am Anfang dachte ich, was für ein Flop. Denn Toblach hat Mila früh im Blick. Doch dann entwickelt die Geschichte ihren eigenen Sog.
Die Hauptrolle spielt ein Dorf hoch oben in den Bergen. Die Menschen leben seit Generationen in einer verschworenen Gemeinschaft. Fremden begegnen sie mit Misstrauen. Der Nebel wird immer dichter. Und dann fängt es auch noch an zu schneien.
Mila muss sich nach und nach eingestehen, dass der Fall eine viel größere und gefährlichere Dimension hat als zunächst angenommen. Nichts ist, wie es scheint, keiner so unschuldig, wie er tut. Fast jeder hat ein Geheimnis, eine dunkle Seite.
In bildgewaltiger Sprache erzählt Benjamin Cors seine Geschichte. Eine Geschichte, die eine ganz eigene Farbe und Temperatur hat. Mit atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen verbreitet der Autor viel Lokalkolorit. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik.
Wir begegnen alten Bekannten und Feinden: Lucy, Jakob - und Toblach. Die Geschichte nimmt viele überraschende und brutale Wendungen, bis zum dramatischen Ende.

Fazit: Ein packender Thriller, ein großes Drama. Düster!