guter Einstieg in das Thema

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
juliahelene Avatar

Von

Ich finde das Thema "Zwänge" sehr interessant, habe aber selbst keinen.
Ich fand es insgesamt interessant und gut gegliedert. Mir hat sehr viel gefallen; es gibt viele Einschätzungen und Fragen für sich selbst, wie z.B. die Einschätzung für sich selbst, ob man "nur" eine Marotte hat oder schon einen Zwang, unter dem man selbst oder andere leiden.
Auch der Ablauf eines Zwangs (S. 36) und den Versuch ihn zu durchbrechen, war gut.
Durch die Fragen kann man sich "gescheit" mit seinem Zwang auseinandersetzen und sich ihm stellen, statt ihn zu vermeiden.
Bewusst freiwillig "in eine Zwangssituation zu gehen" hört sich gut an, kann ich aber nicht beurteilen, da ich keinen Zwang habe.
Ich für mich konnte aber mitnehmen, dass nichts von jetzt auf gleich geht, man braucht Durchhaltevermögen.
Wichtig zu lesen war auch, was ein "schlechtes" Umfeld bei einem auslösen kann; was übermäßig kritisiert werden oder Bloß-gestellt werden auslösen kann.
Der kreative Umgang mit Zwängen von S. 58 war auch gut. Auch ohne Zwang habe ich eine geringe Toleranz für Ungewissheit; ich brauche Sicherheit, um auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren zu können.
Die Gedanken / Grundannahmen von S. 64 kann auch jeder machen.
Soziale Isolation vermeiden und eine (sinnstiftende) Tagesstruktur haben.
Was ich nicht verstanden habe, ist, warum auf seine persönliche Lösung verzichten soll, z.B. mit den Einweg-Handschuhen. Warum soll man auf diese verzichten lernen, wenn man damit gutfährt? Warum soll man keine Handyfotos zur Überprüfung von etwas machen?

Der Teil, sich mit Betroffenen auszutauschen, und die Anlaufstellen für Selbsthilfegruppen, fand ich gut.

Was ich nicht teile, ist, dass er schreibt, dass Psychologen / Fachleute helfen (wollen). Da habe ich mit einem anderen Problem ganz andere Erfahrungen gemacht. Ich würde ganz genau schauen, an wen ich mich wende. Hoffentlich hat man jemand, der eventuell mit einem zu der Erstsprechstunde geht, damit man nicht an unfähige Psychologinnen / Faachleute gerät. Auch mit den Medikamenten würde ich vorsichtig sein. Denn bei Ärzten ist es genauso. Traurig, dass das in Deutschland so ist.

Ich würde es weiterempfehlen, als Einstieg in das Thema.