Strategien gegen Zwänge
Zwangsgedanken und Zwangshandlungen, wann gelten sie noch als „normal“ und ab wann sind sie pathologisch? Dieser und weiteren Fragen gehen Ulrich Voderholzer, Rebecca Schennach und Stefan Koch in ihrem Ratgeber nach. Das Buch ist übersichtlich aufgebaut und die Erklärungen sind gut verständlich. Theoretische Abschnitte wechseln sich mit Übungen, Fragen und kurzen Zwischeninformationen ab. Der Ton des Ratgebers ist wertschätzend, verständnisvoll und motivierend. Wie wird man nun Zwänge los? Der Schlüssel ist die Exposition. Das Autoren-Trio leitet die Betroffenen zur Selbsterfahrung an, gibt aber auch Informationen zu Anlaufstellen, die Unterstützung bieten können. Besonders gut an diesem Buch gefällt mir die Offenheit und Ehrlichkeit, was zum Beispiel zur Medikamentengabe oder auch zur aktuellen Therapeutensituation zu sagen ist. Die Autoren machen Mut, sich selbst mithilfe der Tools zu helfen, wobei sie doch realistisch darauf hinweisen, dass es nicht einfach ist, sich seinen Zwängen zu stellen und es Anstrengung und Dranbleiben erfordert, um wieder zur Freiheit zu gelangen. Ich kann den Ratgeber nicht nur Betroffenen, sondern auch Angehörigen oder Interessierten empfehlen.