Klingt spannender als es ist

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Helena Falkes Thriller Noch fünf Tage beginnt mit einer starken Idee: Eine Privatköchin überlebt als Einzige die Vergiftung einer milliardenschweren Familie – und hat selbst nur noch wenige Tage zu leben. Vom Krankenhausbett aus versucht Lis herauszufinden, wer hinter dem Anschlag steckt und ob eigentlich die Familie Harman oder doch sie selbst das eigentliche Ziel war.

Dabei greift das Buch im Prinzip genau dieselbe Ausgangssituation auf, die man auch aus Holly Jacksons Not Quite Dead Yet kennt: Eine Figur weiß, dass ihr nur noch wenige Tage bleiben und versucht in dieser Zeit den eigenen Fall beziehungsweise die Wahrheit aufzuklären.

Ich muss allerdings sagen, dass mich das Buch trotz dieses spannenden Ausgangssettings eher enttäuscht hat. Für mich ist es deutlich mehr Spannungsroman oder Krimi als Thriller. Die Handlung bleibt lange recht ruhig und konzentriert sich stark auf Rückblicke und die Beziehungen innerhalb der reichen Familie. Gerade dadurch entsteht zwar ein gewisser gesellschaftskritischer Blick auf Macht, Reichtum und Abhängigkeiten, aber die Spannung leidet darunter für mich auch spürbar.

Lis als Hauptfigur blieb mir leider zu fern. Ihr Verhalten wirkte auf mich oft seltsam ruhig und wenig greifbar, obwohl sie weiß, dass sie sterben wird. Auch emotional blieb vieles eher oberflächlich. Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass sowohl die Figuren als auch ihre Konflikte recht klischeehaft angelegt sind. Die vielen Rückblicke erklären zwar nach und nach die Dynamik innerhalb der Familie Harman, sorgen aber gleichzeitig auch für Längen.

Trotzdem fand ich die Grundidee wirklich interessant. Gerade die Vorstellung, nur noch wenige Tage Zeit zu haben und gleichzeitig den eigenen Mordfall aufklären zu müssen, erzeugt eigentlich ein starkes Grundgefühl von Zeitdruck und Ausweglosigkeit. Manche Szenen konnten mich auch emotional erreichen, vor allem wenn es um Lis’ Sorge um ihre Tochter geht.

Die Auflösung selbst hat mich überrascht, wirkte auf mich aber auch etwas plötzlich und nicht vollständig vorbereitet. Insgesamt bleibt für mich ein Thriller mit starkem Konzept, aber eher durchschnittlicher Umsetzung zurück. Unterhaltsam genug zum Weiterlesen, aber emotional und spannungstechnisch nicht so packend, wie ich gehofft hatte.