Mit dem Kopf durch die Wand

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Das Buch "Ochsenkopf" des niederländischen Autors Manik Sarkar ist eher eine Erzählung als ein Roman, denn der schmale Band von 172 Seiten erzählt zwar das gesamte Leben von Rensing, doch die Geschichte entfaltet sich episodenhaft, berichtet also mit teilweise großen Zeitsprüngen über das Leben eines Metzkersohnes, der nach der Lehre zum Metzker wie selbstverständlich, da es ja irgendwie vorherbestimmt gewesen sei, zunächst Teilhaber der Metzkerei wird und nach dem Tod seines Vaters Eigentümer.

Leider hat Rensing drei Eigenschaften, die im Metzkereialltag nicht so recht zusammenpassen wollen. Zum einen ist er wohl der talentierteste Metzker weit und breit. Er könnte Drei-Sterne-Restaurants in Großstädten beliefern, doch in der Umgebung der dörflichen Metzkerei gibt es nur Altenheime und ein Supermarkt etabliert sich als größte Konkurrenz. Da zählt nur billiges Fleisch; den Geschmack zu exquisitem schmecken die Dörfler ohnehin nicht. Zum anderen träumt Rensing aber genau von diesen Drei-Sterne-Kunden, die er nicht hat, und von einer Zukunft, die unrealistisch ist. Wirtschaftlich betrachtet ist das eine Katastrophe. Schließlich kommt aber noch das schlimmste: Er kann sich weder in Menschen hineinversetzen noch kann er mit ihnen umgehen. Sein Vater hat ihm zwar die passende Frau besorgt, doch die kann das Elend am Ende doch nur verzögern.

Stilistisch ist der schmale Roman großartig erzählt. Man merkt dem Autor an, dass er sich mit der Materie gut auskennt bzw. intensiv recherchiert hat. Wenn man möchte, kann man sogar gewisse philosophische Qualitäten erkennen, die man bei der Lektüre selbst mitdenken kann, ohne darauf explizit gestoßen zu werden. Dennoch ist mir das Fleischthema zu präsent, als dass ich hier fünf Sterne vergeben könnte.

Fazit: Wer sich an dem Fleischthema nicht stört und es metaphorisch lesen kann, dem sei die Erzählung schon allein aufgrund der Sprache empfohlen.