Wenn Leidenschaft auf Gleichgültigkeit trifft

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🐂🥩
𝘞𝘢𝘩𝘳𝘦 𝘌𝘪𝘯𝘴𝘢𝘮𝘬𝘦𝘪𝘵 𝘬𝘰𝘮𝘮𝘵 𝘷𝘰𝘯 𝘪𝘯𝘯𝘦𝘯, 𝘶𝘯𝘥 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵𝘴 𝘶𝘯𝘥 𝘯𝘪𝘦𝘮𝘢𝘯𝘥 𝘬𝘢𝘯𝘯 𝘥𝘢𝘨𝘦𝘨𝘦𝘯 𝘸𝘢𝘴 𝘵𝘶𝘯.


💭
Es gibt diese Bücher, die unangenehme, seltene Themen behandeln und auf den ersten Blick nach „nicht meins“ oder „nicht meine Wohlfühlzone“ klingen. Und gerade diese Bücher haben manchmal die größte Chance, einen beim Lesen zu überraschen und zu faszinieren.

Genau so ging es mir mit 𝘖𝘤𝘩𝘴𝘦𝘯𝘬𝘰𝘱𝘧.

Was passiert, wenn die eigene Faszination und Leidenschaft auf die Gleichgültigkeit der Gesellschaft trifft? Genau diese Frage filetiert Manik Sarkar in diesem Buch.

Rensing junior scheint fast autistische Züge zu haben und besitzt eine unvorstellbare Begabung für der Viehschlachtung und Verarbeitung. Für ihn ist es beinahe eine Kunst, als Fleischer das Beste aus seinen kostbaren Objekten herauszuholen. Er arbeitet mit Liebe und Hingabe, ohne Gewalt.

Doch mit der Eröffnung des Supermarktes verändert sich alles. Den Kunden wird zunehmend egal, welche Qualität das Fleisch hat. Und mit dieser Form der subjektiven Wertlehre hat Rensing junior nie gelernt umzugehen. Er versucht, mit immer abstruseren Gegenmaßnahmen dagegen anzukämpfen und verliert sich dabei zunehmend selbst.

“𝘌𝘴 𝘸𝘢𝘳 𝘮𝘦𝘪𝘯 𝘍𝘭𝘦𝘪𝘴𝘤𝘩.“

Das Ende setzt einen wahnsinnig starken Schlusspunkt unter das Buch.

In diesem kurzen Buch steckt unglaublich viel. Genau das begeistert mich immer wieder an kurzen Romanen: Auf wenigen Seiten kann eine Geschichte so viel auslösen und zum Nachdenken bringen.

𝘖𝘤𝘩𝘴𝘦𝘯𝘬𝘰𝘱𝘧 ist ein eindringlicher Roman, fast schon ein Drama, bei dem man sich durchaus selbst hinterfragt.
Und ja, dieses Buch ist auch etwas für Menschen, die kein Fleisch essen. Denn es geht um so viel mehr als um Fleisch und das Schlachten.

⭐️⭐️⭐️⭐️☆
(8/10)