Absolut Team Hanna

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kathitintenkleks Avatar

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„Pause“ von Lena Kupke hat mich auf vielen verschiedenen Ebenen tief berührt und emotional abgeholt. Selten konnte ich mich mit einer Hauptfigur so stark identifizieren wie mit Hanna. Ihre gesamte Gefühlswelt kam gut bei mir an. Zum Beispiel beschreibt Lena Kupke sehr eindrücklich das Gefühl, sich abends einsam ins Bett zu kuscheln und an ein Kuscheltier zu klammern oder diese absolute Hilflosigkeit und Wut, wenn man vom Partner abgekanzelt wird.
Auch die Familiendynamik hat mich sehr an mein eigenes Leben erinnert. Besonders ein Zitat von Seite 179 ging mir richtig nah:
„Der Streit ist einfach irgendwann vorbei, lautlos. Nur in mir ist es oft noch lange danach laut.“
Das beschreibt das Verhältnis und den Konflikt mit meiner eigenen Mutter einfach perfekt.
Oder der Moment, als ihr auffällt, wie alt ihr Vater mittlerweile geworden ist, hat mich kalt erwischt, weil ich genau diese Situation erst neulich selbst schmerzhaft erlebt habe. Ich war das ganze Buch über absolut Team Hanna und habe die Seiten regelrecht verschlungen.
Mein einziger Kritikpunkt ist das Ende. Den letzten Abschnitt habe ich zwar schnell weggelesen, aber mir lief das alles plötzlich ein bisschen zu glatt und zu schnell ab. Diese plötzliche, harmonische Einsicht und die heile Welt der Familie habe ich den Charakteren nicht ganz abgekauft. Nach dem Klappentext hatte ich mir etwas anderes versprochen, und mir fehlt die Phase, in der Hanna wirklich aktiv heilt.
Vielleicht gibt es ja irgendwann einen zweiten Teil, der diesen Prozess weiter begleitet? Ich würde es mir wünschen.
Insgesamt ist „Pause“ für mich aber eine starke, bewegende Lektüre, die mich trotz der kleinen Schwächen am Ende absolut begeistert hat. Für dieses emotionale Leseerlebnis vergebe ich sehr gerne 4,5 von 5 Sternen und runde daher auf 5 Sterne auf.