Ein wunderbares Buch zum Thema Diversität

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kurzundbuch Avatar

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Nach Ava liebt noch ist das nun der zweite Roman der Autorin, der für mich wirklich einschlägt. Ich kenne kaum negative Stimmen dazu – und nachdem ich das Hörbuch in wenigen Tagen gehört habe, kann ich das absolut nachvollziehen. Ich bin schlichtweg wieder einmal total begeistert.
Thematisch gefällt mir dieser Roman sogar besser als der vorherige: Es geht um den Umgang mit einem Menschen mit Behinderung, um unausgesprochene Vorurteile und Verhaltensmuster gegenüber Menschen, die augenscheinlich anders sind als man selbst.
Als Pina durch einen Magendurchbruch plötzlich ausfällt und im Krankenhaus liegt, verändert sich das Leben einer Hausgemeinschaft komplett. Unterschiedlichste Figuren – die sechzehnjährige Zola (Alina), die 86-jährige Inge und der etwa 42-jährige Wojtek – kümmern sich auf einmal gemeinsam um Leo, der nun allein dasteht.
Was daraus entsteht, ist keine laute, dramatische Geschichte, sondern eine sehr genaue, beobachtende Erzählung über unterschiedliche Lebensformen. Ohne zu bewerten, aber mit einem klaren Blick für das Menschliche. Gleichzeitig ist das Buch unglaublich lebensbejahend – ich musste immer wieder herzlich lachen und wurde dennoch damit konfrontiert, wie vorurteilsbeladen man selbst manchmal ist.
Ein Roman, der leise daherkommt, aber lange nachhallt.
Fazit:
Eine Autorin, die mutig genug ist, das Thema Diversität lebensbejahend, aber gleichzeitig klar und präzise zu thematisieren. Vielleicht hilft es tatsächlich ein Stück weit dabei, umzudenken.
⭐ 5 Sterne