Faszinierende Körpertausch-Fantasy mit tiefgründigen Fragen zu Identität.

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fönbo Avatar

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"Queen of Faces - Die Königin der tausend Gesichter" zieht einen in ein unglaublich originelles Dark-Fantasy-Szenario.

Die Vorstellung, dass die Reichen sich im Reich Caimor einfach neue Körper kaufen, während die Unterschicht in maroden Hüllen feststeckt, besitzt eine packende gesellschaftskritische Schärfe. Protagonistin Anabelle Gage ist als starke, aber verzweifelte Figur gezeichnet, deren Überlebenskampf man hautnah miterlebt. Ihr Gefangensein in einem kranken Männerkörper, der allmählich zerfällt, bricht gängige Fantasy-Klischees auf faszinierende Weise auf. Der plötzliche Wendepunkt, als sie beim Diebstahl eines neuen Körpers vom Akademiedirektor Carriwitch erwischt wird, baut enorme Spannung auf.

Lords Weltenbau wirkt auf den ersten Seiten bereits erstaunlich durchdacht, düster und atmosphärisch dicht. Ihr bildhafter Schreibstil sorgt dafür, dass die magische Eliteschule und die unheimliche Atmosphäre sofort vor dem inneren Auge lebendig werden. Hinter den politischen Intrigen deutet sich schon früh eine tiefere Erkundung von Identität und Körperlichkeit an. Die kurzen, knackigen Dialoge sprühen vor Energie und bringen eine angenehme Dynamik in die Szenerie.

Man möchte unbedingt wissen, welche folgenschwere Wahl Carriwitch der jungen Diebin auferlegt. Die Mischung aus Action, Magie und queeren Untertönen hebt das Buch erfrischend von klassischen Romantasy-Debüts ab.