Alles eine Frage des Geldes
Ich glaube, das Erste, was mich bei Queen of Faces wirklich neugierig gemacht hat, war diese komplett verrückte Grundidee. Stell dir vor, dein Körper ist nicht unbedingt für immer dein Körper. Wer genug Geld und Einfluss besitzt, kann ihn wechseln und sich damit im Grunde immer wieder neu erfinden. Und wer dieses Privileg nicht hat, muss mit dem leben, was ihm gegeben wurde – selbst dann, wenn der eigene Körper langsam versagt. Allein dieser Gedanke hat bei mir direkt so viele Fragen ausgelöst und genau das zieht sich eigentlich durch das ganze Buch.
Handlung & Worldbuilding
Im Mittelpunkt steht Ana bzw. Anabelle Gage, deren eigener Körper krank ist und zunehmend verfällt. Ihr größter Wunsch ist deshalb nicht Reichtum oder Macht, sondern eigentlich etwas ziemlich Grundlegendes: Sie möchte einen Körper, in dem sie leben kann, ohne ständig Angst haben zu müssen, dass er sie irgendwann im Stich lässt.
Ihre Hoffnung liegt auf der Paragon Academy, denn dort könnte sich für sie die Chance auf genau dieses neue Leben ergeben. Natürlich läuft aber überhaupt nichts so, wie Ana es sich vorgestellt hat. Stattdessen landet sie immer tiefer in einer Geschichte voller Geheimnisse, politischer Konflikte, Magie und ziemlich gefährlicher Entscheidungen.
Und ich muss sagen: Das Worldbuilding war für mich mit Abstand eine der größten Stärken des Buches.
Am Anfang musste ich teilweise wirklich aufmerksam lesen, weil Petra Lord einem hier keine kleine, einfache Fantasywelt vorsetzt. Es gibt verschiedene gesellschaftliche Schichten, politische Konflikte, Magie, die Körperwechsel und gleichzeitig immer wieder neue Zusammenhänge. Nach und nach ergibt das Ganze aber immer mehr Sinn und ich fand es irgendwann richtig faszinierend, wie durchdacht diese Welt eigentlich ist.
Vor allem das System rund um die Körper hat mir gefallen, weil es eben nicht nur irgendein cooles Fantasy-Element ist. Es bestimmt, wie die Menschen leben und welche Möglichkeiten sie überhaupt haben. Wer reich ist, kann sich einen anderen Körper leisten. Wer arm ist, hat dieses Privileg nicht. Dadurch entsteht automatisch diese wahnsinnig große Ungerechtigkeit und ich fand es spannend, dass das Buch dadurch auch Themen wie Macht, soziale Unterschiede, Korruption und die Frage nach der eigenen Identität aufgreift.
Denn irgendwann stellt man sich beim Lesen automatisch die Frage: Was macht einen Menschen eigentlich aus, wenn selbst sein Gesicht und sein Körper austauschbar sind?
Auch das Magiesystem fand ich richtig interessant. Besonders die Idee, dass sich Fähigkeiten gemeinsam mit den Charakteren weiterentwickeln können, hat für mich total gut funktioniert. Dadurch fühlt sich die Magie nicht einfach wie etwas an, das die Figuren besitzen, sondern irgendwie wie ein Teil ihrer Persönlichkeit und Entwicklung.
Ana & die Charaktere
Ana mochte ich als Protagonistin wirklich gerne, gerade weil sie für mich nicht diese typische Fantasy-Heldin ist, die von Anfang an weiß, was richtig und was falsch ist und selbstverständlich immer die moralisch perfekte Entscheidung trifft.
Sie will überleben. Und sie will endlich die Chance auf ein anderes Leben haben.
Das konnte ich total nachvollziehen.
Gerade deshalb fand ich ihre Entscheidungen teilweise so interessant, weil man als Leser selbst überlegen muss, wie weit man an ihrer Stelle gehen würde. Ana wird enttäuscht, muss Menschen hinterfragen und immer wieder neu entscheiden, wem sie überhaupt vertrauen kann. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass sie sich im Laufe der Geschichte verändert und immer stärker ihren eigenen Weg sucht.
Generell mochte ich, dass die Figuren nicht so eindeutig in „gut“ und „böse“ eingeteilt werden können. Gerade bei einigen Charakteren hatte ich zwischendurch Momente, in denen ich überhaupt nicht mehr wusste, ob ich ihnen vertrauen möchte oder nicht. Und genau sowas liebe ich eigentlich, weil dadurch viel mehr Spannung entsteht. Man bekommt unterschiedliche Beweggründe mit und versteht teilweise sogar Figuren, deren Entscheidungen man überhaupt nicht gutheißen würde.
Durch die verschiedenen Perspektiven bekommt man außerdem wesentlich mehr von den einzelnen Charakteren mit. Für mich hat das dazu geführt, dass die Konflikte nicht so eindimensional gewirkt haben. Jeder verfolgt irgendwie seine eigenen Ziele und niemand scheint einem wirklich die komplette Wahrheit zu erzählen.
Spannung & Wendungen
Was die Handlung angeht, passiert wirklich sehr viel.
Vielleicht sogar so viel, dass ich an manchen Stellen kurz überlegen musste: Moment – wer weiß jetzt eigentlich was und wer spielt gerade welches Spiel?
Gerade am Anfang braucht das Buch deshalb ein bisschen Aufmerksamkeit. Man bekommt nicht nur Ana und ihre persönliche Geschichte, sondern gleichzeitig die gesellschaftlichen und politischen Probleme dieser Welt, die Akademie, das Magiesystem und verschiedene Figuren präsentiert.
Sobald ich aber richtig drin war, wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Es gibt immer wieder kleinere Enthüllungen und Wendungen, durch die sich meine Einschätzung von bestimmten Situationen oder Personen verändert hat. Besonders gut fand ich, dass ich einige Entwicklungen wirklich nicht vorhergesehen habe. Ich hatte zwar immer wieder Vermutungen, aber das Buch hat es geschafft, mir mehrmals zu zeigen, dass ich offenbar doch nicht so schlau war, wie ich dachte. :D
Dadurch hatte die Geschichte für mich auch kaum diese typischen Stellen, an denen man einfach nur darauf wartet, dass endlich wieder etwas passiert.
Schreibstil
Der Schreibstil hat für mich sehr gut zu dieser komplexen Welt gepasst. Man bekommt viele Informationen, ohne dass sich das Ganze dauerhaft wie eine riesige Erklärung anfühlt. Trotzdem würde ich sagen, dass Queen of Faces kein Buch ist, das ich komplett nebenbei lesen könnte. Dafür gibt es einfach zu viele Namen, Zusammenhänge, politische Konflikte und Regeln dieser Welt.
Ich musste mich gerade am Anfang etwas konzentrieren, aber dafür wurde ich mit einer Welt belohnt, die sich nicht oberflächlich oder austauschbar angefühlt hat.
Besonders mochte ich außerdem, dass trotz der vielen Fantasy-Elemente immer wieder sehr menschliche Fragen im Mittelpunkt stehen. Wer bin ich? Wie viel von mir hängt an meinem Körper? Wie weit würde ich gehen, wenn ich die Möglichkeit hätte, mein komplettes Leben zu verändern? Und was passiert, wenn solche Möglichkeiten nur den Menschen offenstehen, die sowieso schon privilegiert sind?
Diese Gedanken sind bei mir tatsächlich auch nach dem Lesen noch hängen geblieben.
Fazit
Queen of Faces – Die Königin der tausend Gesichter war für mich vor allem deshalb besonders, weil ich das Gefühl hatte, endlich mal wieder eine Fantasywelt kennenzulernen, die sich wirklich etwas Eigenes traut.
Die Idee mit den wechselbaren Körpern fand ich unglaublich spannend, aber noch besser fand ich, was Petra Lord daraus macht. Es geht eben nicht nur darum, dass Menschen ihr Aussehen verändern können. Dahinter stecken Fragen nach Identität, Privilegien, Macht und danach, welchen Wert ein menschlicher Körper in einer Gesellschaft überhaupt noch besitzt, wenn er plötzlich zu einer Ware werden kann.
Dazu kommen Magie, eine Akademie, politische Konflikte, Intrigen, eine Rebellion und Charaktere, bei denen ich teilweise überhaupt nicht wusste, wem ich noch vertrauen kann.
Man muss sich auf die Welt einlassen und gerade am Anfang ein bisschen aufmerksam lesen. Aber genau diese Komplexität hat für mich am Ende auch den Reiz ausgemacht. Ich hatte das Gefühl, dass hinter der Geschichte viel mehr steckt als nur die eigentliche Handlung.
Vor allem Ana ist mir dabei wirklich ans Herz gewachsen. Nicht weil sie perfekt ist, sondern weil sie es eben überhaupt nicht ist. Sie kämpft, trifft Entscheidungen, zweifelt, wird enttäuscht und versucht trotzdem irgendwie herauszufinden, welchen Weg sie selbst gehen möchte.
Für mich definitiv eines dieser Fantasybücher, bei denen ich nach dem Zuklappen nicht einfach dachte „war gut“ und direkt zum nächsten Buch gegriffen habe. Diese ganze Vorstellung davon, den eigenen Körper einfach wechseln zu können, ist mir noch eine ganze Weile im Kopf herumgegangen – und ich glaube, genau das spricht am Ende ziemlich für die Geschichte.
Handlung & Worldbuilding
Im Mittelpunkt steht Ana bzw. Anabelle Gage, deren eigener Körper krank ist und zunehmend verfällt. Ihr größter Wunsch ist deshalb nicht Reichtum oder Macht, sondern eigentlich etwas ziemlich Grundlegendes: Sie möchte einen Körper, in dem sie leben kann, ohne ständig Angst haben zu müssen, dass er sie irgendwann im Stich lässt.
Ihre Hoffnung liegt auf der Paragon Academy, denn dort könnte sich für sie die Chance auf genau dieses neue Leben ergeben. Natürlich läuft aber überhaupt nichts so, wie Ana es sich vorgestellt hat. Stattdessen landet sie immer tiefer in einer Geschichte voller Geheimnisse, politischer Konflikte, Magie und ziemlich gefährlicher Entscheidungen.
Und ich muss sagen: Das Worldbuilding war für mich mit Abstand eine der größten Stärken des Buches.
Am Anfang musste ich teilweise wirklich aufmerksam lesen, weil Petra Lord einem hier keine kleine, einfache Fantasywelt vorsetzt. Es gibt verschiedene gesellschaftliche Schichten, politische Konflikte, Magie, die Körperwechsel und gleichzeitig immer wieder neue Zusammenhänge. Nach und nach ergibt das Ganze aber immer mehr Sinn und ich fand es irgendwann richtig faszinierend, wie durchdacht diese Welt eigentlich ist.
Vor allem das System rund um die Körper hat mir gefallen, weil es eben nicht nur irgendein cooles Fantasy-Element ist. Es bestimmt, wie die Menschen leben und welche Möglichkeiten sie überhaupt haben. Wer reich ist, kann sich einen anderen Körper leisten. Wer arm ist, hat dieses Privileg nicht. Dadurch entsteht automatisch diese wahnsinnig große Ungerechtigkeit und ich fand es spannend, dass das Buch dadurch auch Themen wie Macht, soziale Unterschiede, Korruption und die Frage nach der eigenen Identität aufgreift.
Denn irgendwann stellt man sich beim Lesen automatisch die Frage: Was macht einen Menschen eigentlich aus, wenn selbst sein Gesicht und sein Körper austauschbar sind?
Auch das Magiesystem fand ich richtig interessant. Besonders die Idee, dass sich Fähigkeiten gemeinsam mit den Charakteren weiterentwickeln können, hat für mich total gut funktioniert. Dadurch fühlt sich die Magie nicht einfach wie etwas an, das die Figuren besitzen, sondern irgendwie wie ein Teil ihrer Persönlichkeit und Entwicklung.
Ana & die Charaktere
Ana mochte ich als Protagonistin wirklich gerne, gerade weil sie für mich nicht diese typische Fantasy-Heldin ist, die von Anfang an weiß, was richtig und was falsch ist und selbstverständlich immer die moralisch perfekte Entscheidung trifft.
Sie will überleben. Und sie will endlich die Chance auf ein anderes Leben haben.
Das konnte ich total nachvollziehen.
Gerade deshalb fand ich ihre Entscheidungen teilweise so interessant, weil man als Leser selbst überlegen muss, wie weit man an ihrer Stelle gehen würde. Ana wird enttäuscht, muss Menschen hinterfragen und immer wieder neu entscheiden, wem sie überhaupt vertrauen kann. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass sie sich im Laufe der Geschichte verändert und immer stärker ihren eigenen Weg sucht.
Generell mochte ich, dass die Figuren nicht so eindeutig in „gut“ und „böse“ eingeteilt werden können. Gerade bei einigen Charakteren hatte ich zwischendurch Momente, in denen ich überhaupt nicht mehr wusste, ob ich ihnen vertrauen möchte oder nicht. Und genau sowas liebe ich eigentlich, weil dadurch viel mehr Spannung entsteht. Man bekommt unterschiedliche Beweggründe mit und versteht teilweise sogar Figuren, deren Entscheidungen man überhaupt nicht gutheißen würde.
Durch die verschiedenen Perspektiven bekommt man außerdem wesentlich mehr von den einzelnen Charakteren mit. Für mich hat das dazu geführt, dass die Konflikte nicht so eindimensional gewirkt haben. Jeder verfolgt irgendwie seine eigenen Ziele und niemand scheint einem wirklich die komplette Wahrheit zu erzählen.
Spannung & Wendungen
Was die Handlung angeht, passiert wirklich sehr viel.
Vielleicht sogar so viel, dass ich an manchen Stellen kurz überlegen musste: Moment – wer weiß jetzt eigentlich was und wer spielt gerade welches Spiel?
Gerade am Anfang braucht das Buch deshalb ein bisschen Aufmerksamkeit. Man bekommt nicht nur Ana und ihre persönliche Geschichte, sondern gleichzeitig die gesellschaftlichen und politischen Probleme dieser Welt, die Akademie, das Magiesystem und verschiedene Figuren präsentiert.
Sobald ich aber richtig drin war, wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Es gibt immer wieder kleinere Enthüllungen und Wendungen, durch die sich meine Einschätzung von bestimmten Situationen oder Personen verändert hat. Besonders gut fand ich, dass ich einige Entwicklungen wirklich nicht vorhergesehen habe. Ich hatte zwar immer wieder Vermutungen, aber das Buch hat es geschafft, mir mehrmals zu zeigen, dass ich offenbar doch nicht so schlau war, wie ich dachte. :D
Dadurch hatte die Geschichte für mich auch kaum diese typischen Stellen, an denen man einfach nur darauf wartet, dass endlich wieder etwas passiert.
Schreibstil
Der Schreibstil hat für mich sehr gut zu dieser komplexen Welt gepasst. Man bekommt viele Informationen, ohne dass sich das Ganze dauerhaft wie eine riesige Erklärung anfühlt. Trotzdem würde ich sagen, dass Queen of Faces kein Buch ist, das ich komplett nebenbei lesen könnte. Dafür gibt es einfach zu viele Namen, Zusammenhänge, politische Konflikte und Regeln dieser Welt.
Ich musste mich gerade am Anfang etwas konzentrieren, aber dafür wurde ich mit einer Welt belohnt, die sich nicht oberflächlich oder austauschbar angefühlt hat.
Besonders mochte ich außerdem, dass trotz der vielen Fantasy-Elemente immer wieder sehr menschliche Fragen im Mittelpunkt stehen. Wer bin ich? Wie viel von mir hängt an meinem Körper? Wie weit würde ich gehen, wenn ich die Möglichkeit hätte, mein komplettes Leben zu verändern? Und was passiert, wenn solche Möglichkeiten nur den Menschen offenstehen, die sowieso schon privilegiert sind?
Diese Gedanken sind bei mir tatsächlich auch nach dem Lesen noch hängen geblieben.
Fazit
Queen of Faces – Die Königin der tausend Gesichter war für mich vor allem deshalb besonders, weil ich das Gefühl hatte, endlich mal wieder eine Fantasywelt kennenzulernen, die sich wirklich etwas Eigenes traut.
Die Idee mit den wechselbaren Körpern fand ich unglaublich spannend, aber noch besser fand ich, was Petra Lord daraus macht. Es geht eben nicht nur darum, dass Menschen ihr Aussehen verändern können. Dahinter stecken Fragen nach Identität, Privilegien, Macht und danach, welchen Wert ein menschlicher Körper in einer Gesellschaft überhaupt noch besitzt, wenn er plötzlich zu einer Ware werden kann.
Dazu kommen Magie, eine Akademie, politische Konflikte, Intrigen, eine Rebellion und Charaktere, bei denen ich teilweise überhaupt nicht wusste, wem ich noch vertrauen kann.
Man muss sich auf die Welt einlassen und gerade am Anfang ein bisschen aufmerksam lesen. Aber genau diese Komplexität hat für mich am Ende auch den Reiz ausgemacht. Ich hatte das Gefühl, dass hinter der Geschichte viel mehr steckt als nur die eigentliche Handlung.
Vor allem Ana ist mir dabei wirklich ans Herz gewachsen. Nicht weil sie perfekt ist, sondern weil sie es eben überhaupt nicht ist. Sie kämpft, trifft Entscheidungen, zweifelt, wird enttäuscht und versucht trotzdem irgendwie herauszufinden, welchen Weg sie selbst gehen möchte.
Für mich definitiv eines dieser Fantasybücher, bei denen ich nach dem Zuklappen nicht einfach dachte „war gut“ und direkt zum nächsten Buch gegriffen habe. Diese ganze Vorstellung davon, den eigenen Körper einfach wechseln zu können, ist mir noch eine ganze Weile im Kopf herumgegangen – und ich glaube, genau das spricht am Ende ziemlich für die Geschichte.