Anders als erwartet und trotzdem richtig gut!

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iridia Avatar

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Nach Inhaltsangabe und Leseprobe hatte ich ehrlich gesagt erwartet, dass sich das Buch in eine etwas andere Richtung entwickeln würde – vor allem hatte ich mit deutlich mehr Romantasy gerechnet.

Petra Lord hat hier aber ein wirklich tolles Debüt abgeliefert, das mich inhaltlich einige Male überraschen konnte.

Das Buch wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, hauptsächlich aus der Sicht der Hauptcharakterin Ana. Sie möchte unbedingt an der Paragon ausgebildet werden, um dort die Möglichkeit zu bekommen, einen neuen Körper zu erhalten. Als sie jedoch zum dritten Mal abgelehnt wird, schafft sie es, die Aufmerksamkeit des Schulleiters auf sich zu ziehen. Dieser wirbt sie offiziell als Graumantel an, inoffiziell soll sie jedoch als Assassinin für ihn arbeiten.

Und hier lernen wir dann auch Wes kennen, einen ehemaligen Schüler, der Ana unterstützen soll.

Ich mochte sehr, wie Petra Lord die Geschichte der beiden aufgebaut hat. Ich hatte mir, wie gesagt, deutlich mehr Romantasy erwartet, aber diese Erwartung hat sich nicht wirklich erfüllt. Was mich allerdings gar nicht so sehr gestört hat, wie ich zuerst dachte. Der Lesespaß ist dadurch jedenfalls nicht verloren gegangen.

Besonders gut gefallen hat mir der Aufbau der Welt. Das Magiesystem, der Körpertausch und auch die politischen Hintergründe waren interessant gestaltet. Gerade am Anfang war es allerdings schon ziemlich viel Neues auf einmal, in das man sich erst einmal einfinden musste.

Sehr spannend fand ich, dass das Thema der neuen Körper nicht einfach nur nebenbei eingebaut wurde, sondern sich wirklich durch das gesamte Buch zieht. Auch die Unterschiede zwischen Arm und Reich werden daran deutlich, welchen Körper man sich leisten kann – beziehungsweise ob man sich überhaupt einen neuen Körper leisten kann.

Dadurch behandelt das Buch neben der eigentlichen Fantasygeschichte auch einige ziemlich interessante Themen wie soziale Ungerechtigkeit, Macht(hunger), Korruption und natürlich die Frage nach Identität und Identitätswechsel. Das hat mir sehr gut gefallen, weil die Geschichte dadurch für mich noch etwas mehr Tiefe bekommen hat.

Der Schreibstil der Autorin hat mir ebenfalls gut gefallen. Ich konnte mich schnell in die Geschichte einfinden, mir die Welt und die Geschehnisse gut vorstellen und auch mit den Charakteren mitfiebern.

Ein paar Passagen waren für mich allerdings ziemlich langatmig. Sie waren zwar wichtig, um die Geschichte und die Hintergründe zu verstehen, aber an einigen Stellen musste ich mich wirklich dazu zwingen, weiterzulesen. Im Endeffekt war das Buch diese Stellen definitiv wert, aber sie kosten mich am Ende einen Punkt in der Bewertung.

Insgesamt hat mich das Buch positiv überrascht. Vor allem die Welt, die Idee mit den Körpern und die politischen und gesellschaftlichen Aspekte haben mir gut gefallen. Auch wenn ich ursprünglich mit mehr Romantasy gerechnet hatte, hat mir die Geschichte so, wie sie erzählt wurde, wirklich gut gefallen. Für ein Debüt auf jeden Fall gelungen und ich bin gespannt, was Petra Lord als Nächstes schreibt.