Der eigene Körper zwischen Macht, Geld und Magie

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mrs.unfold Avatar

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Was wäre, wenn man seinen Körper nicht nur durch Schönheitsoperationen verändern, sondern ihn gleich komplett austauschen könnte? In dieser Welt ist genau das möglich vorausgesetzt, man verfügt über das nötige Geld. Während sich die wohlhabende Bevölkerung nahezu jeden Wunsch erfüllen kann, müssen Menschen mit wenig Geld mit dem Körper leben, den sie sich leisten können. Eine von ihnen ist Hauptprotagonistin Anabelle. Nach einer schweren Erkrankung ist sie auf einen günstigen Ersatzkörper angewiesen, dieser entspricht weder den gesellschaftlichen Schönheitsidealen noch den Vorstellungen davon, wie ein perfekter Körper auszusehen hat. Schon dadurch wird deutlich, wie groß die Unterschiede zwischen den sozialen Schichten sind und welchen Stellenwert Äußerlichkeiten in dieser Gesellschaft einnehmen.Besonders spannend fand ich die Welt, die hinter dieser Idee steckt. Das Worldbuilding ist umfangreich und wartet mit eigenen Begriffen, Regeln und gesellschaftlichen Strukturen auf. Vieles wird nicht ausführlich erklärt, sondern erschließt sich erst während des Lesens. Dadurch entdeckt man die Besonderheiten dieser Welt gemeinsam mit Anabelle und bekommt nach und nach ein immer besseres Bild davon. Dabei beschränkt sich die Geschichte keineswegs auf Magie und Fantasy. Themen wie soziale Ungleichheit, der Einfluss von Geld und die Frage nach der Selbstbestimmung über den eigenen Körper spielen eine zentrale Rolle. Gerade diese Sachen haben die Handlung für mich interessant gemacht, denn sie regen dazu an, über die eigene Realität nachzudenken. Auch Anabelle selbst konnte mich überzeugen. Sie ist keineswegs eine fehlerfreie Heldin, sie handelt manchmal vorschnell, trifft Entscheidungen, die man nicht unbedingt nachvollziehen kann, und gerät dadurch in Schwierigkeiten. Gleichzeitig besitzt sie aber eine enorme Willenskraft und lässt sich nicht so schnell unterkriegen. Gerade diese Mischung macht sie für mich glaubwürdig. Die Kombination aus Fantasy, Dark Academia Elementen, Geheimnissen und politischen Machtspielen hat mir grundsätzlich gut gefallen. Allerdings war der Einstieg für mich etwas schwierig und ich brauchte eine Weile, bis ich wirklich in der Geschichte angekommen bin. Zudem hätte ich mir gewünscht, dass einige der gesellschaftskritischen Ansätze noch intensiver ausgearbeitet werden. Hier steckt meiner Meinung nach noch einiges an ungenutztem Potenzial. Das Ende lässt einige Fragen offen und macht dadurch definitiv neugierig auf den nächsten Band