Gebrochene Seelen, starke Bande

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katma Avatar

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Queen of Faces hat mich mit voller Wucht mitgenommen – wie ein Fiebertraum, in dem ständig etwas passiert und man sich kaum orientieren kann. Petra Lord hat hier einen Roman geschrieben, den man quasi durchfliegt, weil die Spannung von der ersten Seite bis zur letzten hält und die Wendung am Ende mich wirklich überrascht hat.
Im Mittelpunkt steht Ana, die in einem kranken, verfallenden Körper gefangen ist und in einer Welt lebt, in der die magische Elite Körper wie Kleidung tauscht. Um zu überleben, muss sie sich in die gefährliche Paragon-Akademie einschleusen und zu einer Art Söldnerin werden. Dabei trifft sie auf Wes, den mysteriösen Jungen mit eigener Agenda, auf Nima, der gleichzeitig in zwei Körpern lebt, und auf weitere Außenseiter, die sich zu einer eigenen kleinen Familie zusammenfinden.
Besonders gut hat mich das Familybuilding zwischen diesen Figuren berührt. Obwohl sie alle gebrochen, misstrauisch und auf ihre eigene Art verletzt sind, entsteht zwischen ihnen etwas Zartes und Verteidigenswertes. Das hat mir sehr gut gefallen – diese Idee, dass man sich seine Familie selbst aussuchen kann, auch wenn die Welt drumherum kalt und hart ist.
Auch die Charaktere sind überzeugend: Lord gibt jedem eine eigene Stimme, eigene Wunden und eigene Magie. Die Welt von Caimor fühlt sich trotz aller Fantasie gelebt an, was dem Ganzen eine besondere Tiefe gibt. Und die Spannung – Pflichtbewusstsein, Verrat, Überleben, ein dunkler Plan im Hintergrund – lässt einen wirklich nicht los. Übrigens ist das Buch auch äußerlich ein Hingucker – die Aufmachung und das Cover sind wunderschön gestaltet und passen perfekt zur atmosphärischen, düsteren Stimmung des Romans.
Was für mich jedoch störend war, ist das Pronomen-System (dey und demm), das im Buch verwendet wird. Ich fand es persönlich schwierig zu lesen, weil es mich immer wieder aus der Geschichte riss und ich mich nie so richtig daran gewöhnen konnte. Das mag an mir liegen, aber ich empfinde es als etwas, das den Lesefluss eher behindert als bereichert.
Hinzu kommt, dass die Handlung mitunter sehr wirr wirkt. Gefühlt wechselt jeder zweite Charakter seinen Körper, und wer zu welchem Zeitpunkt in welcher Gestalt agiert, lässt sich nicht immer auf Anhieb nachvollziehen. Das macht den Roman spannend und unberechenbar, aber auch anstrengend. Manchmal hätte ich mir etwas mehr Ruhe und Orientierung gewünscht.
Fazit: Queen of Faces ist ein origineller, spannender und überraschender Roman mit starken Figuren, mitreißender Atmosphäre und einer Wendung, die nachhallt. Wenn man Fantasy, Dark Academia und Körperwechsel mag und bereit ist, sich auf einen intensiven, manchmal wirren Ritt einzulassen, ist das Buch eine klare Empfehlung. Für mich persönlich waren die Pronomen und die gelegentliche Orientierungslosigkeit jedoch kleine Abzüge in der B-Note.