Verwirrspiele durch Magie und Körperwechsel

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holdesschaf Avatar

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In der durch verschiedene Bedrohungen unwirtlichen Welt von Caimor lebt Annabelle Gage ein bescheidenes Leben als Magd in einem beschädigten Köpermodell, das nicht mehr lange halten wird. Leider kann sie sich nicht wie die Reichen einfach einen neuen Körper kaufen. Ihre einzige Chance, einen neuen Körper zu erhalten, wäre die Aufnahme an der berühmten Paragon Academy. Doch nur die Besten schaffen es dorthin. Als Annabelle auch bei der dritten Aufnahmeprüfung scheitert, wird sie beim Versuch, einen Körper zu stehlen erwischt und verletzt vom Direktor der Acacemy höchstpersönlich. Mit ihm geht sie mangels Alternative einen Deal ein: Sie überlebt, dafür wird sie als Spionin tätig. Denn eine geheime Gruppe um Direktor Carriwitch möchte eine Abtrünnige zu Fall bringen, die die Zukunft der Academy und ganz Caimors bedroht.

Besonders gern lese ich Fantasybücher, wenn sie ganz neue Ideen enthalten, die ich so vorher noch in keinem anderen Roman kennengelernt habe. Daher kam mir Queen of Faces gerade recht. Die Autorin ist eine Newcomerin, der man auf jeden Fall eine Chance geben sollte. Sie hat mit dem Motiv des Körpertauschs eine einzigartige Idee genutzt, sie mit etwas Dark Academy Vibes und vielen Plottwists und magischen Fähigkeiten gemixt. Heraus kommt ein Buch, das ich sehr fazinierend fand. Sprachlich ist es anschaulich und größtenteils spannend geschrieben. Dass das Buch ein Debüt ist, wäre mir nicht im Traum eingefallen. Allenfalls der Anfang brauchte etwas mehr Zeit und das Worldbuilding hätte noch einen Tick bildgewaltiger sein können, Nachdem man die Protagonist*in erst einmal kennt und auch die Geschichte Caimors, versinkt man immer mehr in diesem tollen Plot. Vor allem der Tausch von Körpern und einzigartige Fähigkeiten sorgen für so manches Verwirrspiel. Dazu gibt es (Zwei-)Kämpfe, Intirgen, plötzlich auftauchende Monster. Manchmal ist einfach nichts, wie es scheint und die Autorin versteckt die Finten so geschickt, dass man sie erst bemerkt, wenn sie aufgedeckt werden. Lange bin ich in einem Buch nicht mehr so oft überrascht worden, wie in diesem.

Richtig gut fand ich auch die Nebencharaktere und die Tatsache, dass es in Caimor keinerlei geschlechtliche Schranken gibt. Annabelle steckt den größten Teil der Geschichte in einem Jungenkörper, bei manchen ist es umgekehrt und auch die Beziehungen setzen sich über die Grenzen, die den Menschen in der Realität oft bewusst oder unbewusst gesetzt werden, hinweg. Manch einer lebt sogar in zwei Körpern. Das mag komisch klingen, aber mir gefiel es mega gut, weil so alles möglich ist, selbst das in unseren Köpfen Unmögliche und Unerwartete. Gegen Ende wird die Geschichte nochmal dramatisch, spannend und der ganz große Twist hat mich ziemlich umgehauen. Alles ist ganz anders und das erschüttert nicht nur Annabelles Welt. Eigentlich hatte ich angenommen, dass es ein Einzelband bleibt, aber nach diesem Cliffhanger war klar, dass es hier noch weitergeht und ich freu mich drauf. Denn der Kampf hat gerade erst begonnen... 4,5 Sterne