Toller Familienroman, schwächere Lovestory

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merleredbird Avatar

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Say You’ll Remember Me war unser Buchclub Buch für Juli und August, und da für mich die vorherige Reihe der Autorin (Part of Your World, Yours Truly, Just for the Summer) ein riesiges Highlight war, waren meine Erwartungen dementsprechend hoch. Ein weiteres Highlight habe ich hier allerdings nicht gefunden.

Das Buch startet etwas insta love mäßig: Sam und Xavier treffen aufeinander, haben ihr erstes Date und fühlen sich von Anfang an extrem zueinander hingezogen, und entscheiden quasi nach dem ersten und einzigen Date, eine Fernbeziehung über mehrere Bundesstaaten hinweg hinzunehmen. Insgesamt dominiert auch das Thema dieser Fernbeziehung, es ist ein ständiges Hin und Her zwischen den beiden, da es auf beiden Seiten Gründe gibt, warum sie nicht von ihrem Wohnort wegkönnen: bei Sam ist es ihre demenzkranke Mutter und bei Xavier seine Tierarztpraxis. Ich fand tatsächlich, dass sich dieser Konflikt im Kreis gedreht hat und die Auflösung am Ende war in meinen Augen nicht so ganz befriedigend.

Während die Liebesbeziehung in diesem Buch für mich also nicht so ganz funktioniert hat, kann das Buch in meinen Augen durch die Familiengeschichte als Roman glänzen.

Denn wie gesagt hat Sams Mutter Demenz und dieses Buch zeigt sehr eindrücklich, wie allumfassend so eine Krankheit sein kann und wie das ein Familienleben an seine Grenzen drängen kann. Der Schreibstil ist super schön und ich habe mir richtig viele Zitate notiert, die was mit den Themen Familie und Erinnerung sowie die Spuren, die Menschen auf der Erde und im Leben von anderen hinterlassen, zu tun haben.

„Weißt du, was mir bei alldem klar geworden ist? Dass es nichts schöneres gibt, als das Leben eines anderen Menschen mitzuerleben. Jemanden in- und auswendig zu kennen und alles gemeinsam durchzumachen, sich an die gleichen Dinge zu erinnern. Das will ich.“

Neben den schwierigen Themen wird das Buch zum Glück nicht allzu traurig, da es immer wieder humorvolle Szenen gibt (wie die ganze Thematik mit dem Senf – was es damit auf sich hat, verrate ich hier aber nicht 😊).

In meinen Augen war es ein gutes Buch, aber nicht das Beste der Autorin. Die Familienromananteile sind extrem gut geworden, aber leider ist die Balance zu den Liebesromanteilen nicht ganz ausgewogen, sodass die Lovestory etwas „leidet“. Aber es gibt doch viele Szenen, an die ich gerne zurück denke und somit komme ich auf 4 von 5 Sterne.