Interessantes Motiv, aber streckenweise langatmig

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
hornita Avatar

Von

Man begleitet Margaret in großen Kapiteln mit Zeitsprüngen durch ihr Leben. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, die Erzählzeit und die Kindheits- und Missbrauchserinnerungen werden gut transportiert. Gerade der erste Abschnitt über Margarets Kindheit war für mich das Beste am Buch. Die Figur der Mutter ist stellenweise klar, manchmal aber auch nebulös und wenig greifbar, das macht sie glaubhaft und ihr Verhalten realistisch. Gerade die Darstellung ihrer Prioritäten fand ich gut gemacht. Danach fand ich die Geschichte ziemlich banal und langatmig. Margarets Alltag mit Ex-Mann, neuem Partner, Kindern, usw. sind ziemlich unspektakulär und nicht wirklich interessant. Das aufgrund des Klappentextes erwartete Grundmotiv (Verhältnis zur Mutter, Missbrauch) wird zwischendurch und auch am Ende nur gestreift. Ich hätte mir eine bessere Ausarbeitung gewünscht. Dagegen wird klar transportiert, dass die Mißbrauchserfahrung ebenso wie das Verhalten der Mutter immer in Margarets Kopf sind und ihre Gedanken und ihr Verhalten beeinflussen. Das Buch lässt sich gut lesen, hat meine Erwartungen aufgrund des Klappentexts nicht erfüllt.