Ruhige Aufarbeitung

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jess Avatar

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Honor Jones erzählt die Geschichte von Margaret und deren Familie.
Es geht um die Aufarbeitung von Kindheitserinnerungen mit langanhaltender Wirkung auf die Protagonistin. Diese Erlebnisse werden aus der Sicht des indes beschrieben und dann ihrem Erwachsenen-Leben erneut aufgegriffen. Wir begleiten Margaret dabei, wie sie sich mit diesen Erlebnissen, die vor allem den Bruder und die Mutter betreffen, gedanklich auseinandersetzt. Auch eine Konfrontation, die viele Jahre auf sich hat warten lassen, findet statt und verdeutlicht dabei die verschiedenen Wahrnehmungen der betreffenden Kinder.

Jones schreibt in einem ruhigen Tempo in welchem sie auch alltägliche Geschehnisse einfließen lässt, wodurch die Geschichte sehr realistisch und nachvollziehbar wird. Sowohl der Schreibstil als auch die Thematiken im Buch haben mich sehr angesprochen.
Gleichzeitig hat mich die Geschichte nur an manchen Stellen wirklich berührt. Mit der erwachsenen Margaret bin ich bis zum Schluss nicht ganz warm geworden. Das wurde vermutlich auch bestärkt durch den Nebenschauplatz der Scheidung, welche einen großen Raum einnimmt, bei welcher es jedoch stets nur Andeutungen gibt. Zuletzt hatte ich das Gefühl, dass ich entweder etwas übersehen habe, oder mehr Details gebraucht hätte, um mich in diesen Handlungsstrang besser einfühlen zu können.

Insgesamt ein gutes Buch und interessante Themen, für mich jedoch an dieser Stelle nicht herausragend in der Umsetzung.