Was bleibt
Margarets Verhältnis zu ihrer Mutter ist von jeher schwierig. Als Kind hatte sie nie den strengen Ansprüchen Elizabeths entsprochen und nach einem einschneidenden Ereignis fühlte sie sich im Stich gelassen, weil ihre Mutter ganz bewusst wegsah. Diese Verletzung und die daraus resultierenden Konflikte kann sie nicht überwinden, auch nicht als sie eigene Töchter hat, auch nicht als ihre Mutter zum Pflegefall wird.
An „Schlaf“ von Honor Jones hat mich vor allem die Sprache neugierig gemacht. Ihr Stil ist bildlich, manchmal ins Lyrische gehend. Das hält sie wunderbar konstant durch und ich habe viele Formulierungsperlen gefunden, die mich absolut abgeholt haben. Auch mochte ich das Setting und die Nebenereignisse sehr. Der Roman spielt zur Zeit der aufkommenden Me-too Bewegung und stellt subtil die Frage, was ist ein sexueller Übergriff, wie reagiert man selbst und das Umfeld darauf, wie sehr prägt es einen noch Jahrzehnte später. Auch das Aufschlagen eines neuen Kapitels in Margarets Leben, nach Scheidung und neuer Partnerschaft, fand ich interessant.
Leider konnte mich die Hauptgeschichte nicht ganz abholen, was wohl primär an meiner Erwartungshaltung durch den Klappentext lag. Zum einen habe ich nicht mit einer rein chronologischen Erzählung gerechnet und hätte es spannender gefunden, wenn der Mutter-Tochter-Konflikt sich in Rückblenden langsam entblättert hätte. Zum anderen habe ich mir mehr Konsequenzen, mehr Feuer erhofft, auch wenn sich Margaret durchaus schon als Mädchen zur Wehr setzt.
Bemerkenswert ist, wie komplex und durchdacht Honor Jones das Trauma und dessen Auswirkungen schildert, wie es Lebensentscheidungen prägt, sowie ihr wahnsinnig realistischer Blick und ihre schonungslosen Beobachtungen, die sie gekonnt in simple Worte gekleidet und in ihrer Kombination eine erstaunliche Wucht entwickeln.
Beim Schluss allerdings hätte ich mir mehr Mut zur Lücke und zum offenen Ende gewünscht, denn ich empfand das vorletzte Kapitel um einiges stärker.
An „Schlaf“ von Honor Jones hat mich vor allem die Sprache neugierig gemacht. Ihr Stil ist bildlich, manchmal ins Lyrische gehend. Das hält sie wunderbar konstant durch und ich habe viele Formulierungsperlen gefunden, die mich absolut abgeholt haben. Auch mochte ich das Setting und die Nebenereignisse sehr. Der Roman spielt zur Zeit der aufkommenden Me-too Bewegung und stellt subtil die Frage, was ist ein sexueller Übergriff, wie reagiert man selbst und das Umfeld darauf, wie sehr prägt es einen noch Jahrzehnte später. Auch das Aufschlagen eines neuen Kapitels in Margarets Leben, nach Scheidung und neuer Partnerschaft, fand ich interessant.
Leider konnte mich die Hauptgeschichte nicht ganz abholen, was wohl primär an meiner Erwartungshaltung durch den Klappentext lag. Zum einen habe ich nicht mit einer rein chronologischen Erzählung gerechnet und hätte es spannender gefunden, wenn der Mutter-Tochter-Konflikt sich in Rückblenden langsam entblättert hätte. Zum anderen habe ich mir mehr Konsequenzen, mehr Feuer erhofft, auch wenn sich Margaret durchaus schon als Mädchen zur Wehr setzt.
Bemerkenswert ist, wie komplex und durchdacht Honor Jones das Trauma und dessen Auswirkungen schildert, wie es Lebensentscheidungen prägt, sowie ihr wahnsinnig realistischer Blick und ihre schonungslosen Beobachtungen, die sie gekonnt in simple Worte gekleidet und in ihrer Kombination eine erstaunliche Wucht entwickeln.
Beim Schluss allerdings hätte ich mir mehr Mut zur Lücke und zum offenen Ende gewünscht, denn ich empfand das vorletzte Kapitel um einiges stärker.